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Delmenhorst Quergedacht: Halb leer oder halb voll

Eine Kolumne von Marco Julius | 17.05.2017, 11:17 Uhr

Ob beim ESC oder nach der Landtagswahl: das Motto lautet: Immer weiter!“ Niederlagen gehören zum Leben. Zur Not kann man sich ja einen SUV kaufen, heißt es in der neuen Folge von Quergdacht.

Es war der badisch-bayerische Philosoph Oliver Kahn, der das Credo „Weiter, immer weiter“ geprägt hat. Und so wird Deutschland auch im kommenden Jahr beim Eurovision Song Contest antreten. Und auch die SPD, das lassen erste Stimmen nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen vermuten, will sich im September im Bund noch einmal zur Wahl stellen. Bangemachen gilt nicht. Scheitern als Chance. Mag der Pessimist noch sagen: Das Glas ist doch halb leer. Der Optimist weiß längst: Aber nicht mehr lange. Darauf einen Düschardeng!

Und so machen alle weiter, alles geht seinen Gang, nimmt seinen Lauf. Jeder hofft, dass das Kahnsche Diktum dazu führt, am Ende doch mal auf der Sonnenseite zu stehen. Glücklich ist, wer verfrisst, was nicht zu versaufen ist. Nun kann man froh sein, dass Martin Schulz nicht singt wie weiland Walter Scheel. Schulz fiele im Moment vermutlich sogar vom gelben Wagen. Wenn es nicht läuft, dann läuft es nicht. Schulz beim ESC, der weitere Abstieg wäre gewiss. Und Sankt Martin könnte man dann nicht mal ins Europäische Parlament abschieben.

Vielleicht sollte er sich schnell einen gelben Wagen zulegen. Möglichst einen SUV, falls er noch keinen hat. Ein Wirtschaftspsychologe hat unlängst erklärt, warum die spritsaufenden Vorstadt-Panzer so beliebt sind. Die hohe Sitzposition, das bullige Äußere, das Gefühl der Stärke. Das mögen die Deutschen, die sich gern über andere erheben. Dass das Aussehen von Autos mehr und mehr auf Aggressivität getrimmt werde, zeige, dass die Vehikel als Ego-Krücke dienen. Kann man brauchen, wenn es zum ESC oder zur BTW geht.