Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Delmenhorst Quergedacht: Neue Fast-Food-Gräueltaten auf dem Markt

Von Marco Julius | 15.03.2017, 08:34 Uhr

Die Unübersichtlichkeit der Welt ist um eine Variante reicher: der „Pizzaburger Hot Dog“ soll den Fast-Food-Markt bereichern. Muss man erst einmal drauf kommen, findet Marco Julius in der aktuellen Ausgabe der Kolumne Quergedacht.

Manchmal, da wünschte man sich, man wäre Mozart. Nicht weil man dann einen klangvolleren Vornamen hätte oder gar ein musikalisches Genie wäre. Einfach nur, weil Mozart am 13. Juli 1770 in sein Tagebuch notieren konnte: „Gar nichts erlebt. Auch schön.“ Da kommt doch glatt Neid auf, wenn man in einer Welt lebt, die sich immer schneller zu drehen scheint, in der man mit großen Augen die Nachrichten verfolgt, staunend, kopfschüttelnd, verständnislos. Früher war ja selbst die Zukunft besser. Und dann sieht man diese Werbung – und die Verwirrung ist komplett. Der große Familienkonzern mit Doktortitel preist seinen „Pizzaburger Hot Dog“ an, ein – sagen wir – Lebensmittel, das den Geschmack einer Pizza mit dem einfachen Handling eines Burgers und den typischen Zutaten eines Hot Dogs verbindet. Wie bitte? Und vor allem: Warum? Das fragt sich auch der, der eher als Gourmand denn als Gourmet bekannt ist. Weil mehr einfach mehr ist? Weil man es kann? Hier wächst doch etwas zusammen, was nicht zusammen gehört.

Hört auf Blaise Pascal!

Was die verrückte Weltlage und die Erfindung von neuen Fast-Food-Gräueltaten angeht, so sei an den französischen Philosophen Blaise Pascal erinnert. Der hat es schon im 17. Jahrhundert auf den wunden Punkt gebracht, obwohl er weder Pizza noch Burger noch Hot Dog kennen konnte: „Das gesamte Unglück der Menschen rührt allein daher, dass sie es nicht aushalten, ruhig in einem Zimmer zu bleiben.“