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Delmenhorst Quergedacht: Rolf, das gelbe Wunder der Anatomie

Eine Kolumne von Marco Julius | 31.01.2018, 11:37 Uhr

Erinnert sich noch jemand an Rolf? Die gelbe Hand, an deren Zeigefinger ein sonnenbebrilltes Gesicht irre lachend gute Laune verströmen sollte? Eine neue Folge „Quergedacht“ zu Rolfs Jubiläum.

Erinnert sich noch jemand an Rolf? Die gelbe Hand, an deren Zeigefinger ein sonnenbebrilltes Gesicht irre lachend gute Laune verströmen sollte? Und unten an der Hand zwei Füße dran, die in weißen Turnschuhen steckten? Rolf, dieses Wunder der Anatomie? „Fünf ist Trümpf“, reimte sich dieser Rolf im Namen der Post zusammen. 25 Jahre ist das jetzt her. Rolf half dabei, dem wiedervereinten Volk die neuen fünfstelligen Postleitzahlen einzubimsen. Rolf war so etwas wie eine Fachkraft. Ein Maskottchen mit klarem Auftrag. Den hatte Rolf dann schon 1994 erfüllt. Die Post konnte auch ihn wegrationalisieren und in den Ruhestand schicken. Dort sitzt Rolf jetzt vielleicht mit Tip und Tap zusammen, den knautschigen Jungs in Fußballschuhen, die 1974 als WM-Maskottchen berühmt wurden – oder mit dem Löwen Goleo, der zur WM 2006 stets ohne Hosen durchs Land wackelte. Das waren Fachkräfte, die so grenzdebil-fröhlich in die Welt schauten, wie Rolf es tat.

Auf dem Friedhof der Kuscheltiere

Ob sie was konnten? Im Falle von Goleo waren Zweifel angebracht. Oder war er lediglich der Fünfte? Eine neue Studie der Bertelsmann-Stiftung nämlich belegt gerade, dass jeder fünfte Arbeitnehmer in Deutschland für seinen Beruf nicht ausreichend qualifiziert ist. Jetzt möge sich jeder an seinem Arbeitsplatz an einer Hand abzählen, wer der faule Apfel ist. Wobei die meisten Arbeitnehmer denken werden: Was – nur einer unter Fünfen? Rolf kann das alles egal sein. Die Postleitzahlen haben sich durchgesetzt – und er kann auf dem Friedhof der Kuscheltiere alle Fünfe gerade sein lassen.