Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Delmenhorst Quergedacht: Zwischen den Jahren

Eine Kolumne von Marco Julius | 27.12.2017, 09:28 Uhr

Die Zeit zwischen den Jahren ist eine besondere Zeit. Im „Quergedacht“ geht es um ein Hamsterrad, Hütchenspieler und ein Hallihallo zum Neujahr.

Die Zeit zwischen den Jahren, jene Tage, in denen Weihnachten und der am 21. Dezember begangene Welt-Orgasmus-Tag überlebt sind, Silvester aber noch wartet mit all dem Erwartungsdruck, der auf dem letzten Abend des Jahres lastet, da bleibt Zeit zurückzublicken. Im Hamsterrad des Alltags wirbelt dabei so manches durcheinander. Der HSV ist also wieder nicht Wahlsieger geworden in diesem Jahr, Martin Schulz bleibt im Abstiegskampf und muss in die Relegation. Til Schweiger hat keinen Oscar bekommen. Die Kellys sind zurück, der Flughafen Berlin ist zwar da, aber irgendwie auch nicht. Und RTL-Hütchenspieler-Legende Salvatore ist nicht mehr da. Er ist in diesem Jahr vor der Zeit gegangen. Wo iste die Kugel? Rosso, giallo, blu? Aus und vorbei. Das Leben ist nie fair. Aber der Mensch, er ist und bleibt ein Meister des Verdrängens. Der Deutsche bekanntlich ohnehin. Und so ist die Zeit zwischen den Jahren natürlich auch eine Zeit, in der sich das Hamsterrad weiterdreht. Etwas langsamer vielleicht, weil man nach dem Festfressen kaum vom Sofa kommt. Aber das neue Jahr beginnt. Es kündigt sich naturgemäß durch eine Welle von Neuanmeldungen in Fitness-Studios an. Alles macht weiter. Noch aber bleibt das Sofa. Noch bleibt man auf sich selbst zurückgeworfen. „Wenn ich etwas bereue, dann, dass ich immer ich selbst war und mein eigenes Leben gelebt habe. Ach, könnte ich doch anderen die Schuld geben“, hat Bernd Zeller mal treffend formuliert. „Es is ja, wie es is“, sagt aber Steffi. Und wir dichtet es der große Fritz Eckenga: „Kommt alles so, wie‘s kommen muss! / Kommt alles so, wie‘s schon mal war! / Kommt jedes Jahr ein Neujahrsgruß! / (Wenn nicht, gilt der vom letzten Jahr)“.