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Delmenhorst übernimmt Josef-Hospital Keine Garantie für Krankenhaus-Rettung

Meinung – Michael Korn | 01.02.2018, 00:29 Uhr

Der Delmenhorster Stadtrat hat am Abend nun doch die Übernahme des notleidenden Josef-Hospitals in städtische Regie beschlossen. Im zweiten Ablauf gab es nach dem Patt in er Freitags-Sitzung eine klare 25:14-Mehrheit. Dazu der Kommentar von dk-Redaktionsleiter Michael Korn.

Im zweiten Anlauf hat sich der Rat nun doch nach kräftezehrendem, emotionalem Tauziehen zu einer Krankenhaus-Übernahme durchgerungen. Im Grunde genommen konnte er nicht anders, wäre eine Ablehnung kaum mehr mit sachlichen Argumenten nachzuvollziehen: Denn nicht die Stadtverwaltung, sondern externe Rechts-, Finanz- und Klinikexperten haben den Politikern gestern vor den Augen der Öffentlichkeit mit Engelszungen – und Rechenschieber – deutlich gemacht, dass eine städtische Regie im JHD aus wirtschaftlicher, struktureller und gesundheitspolitischer Hinsicht die weitaus bessere Alternative als der Sturz in die endgültige Insolvenz und die mögliche Restverwertung eines privaten Investors ist.

Jetzt fängt die Arbeit erst an

Nur machen wir uns nichts vor: Eine Rettungsgarantie fürs Josef-Hospital war der gestrige Ratsbeschluss bei Weitem nicht. Jetzt fängt die Arbeit erst an. Dem Sanierungskonzept mit vielen Einschnitten muss eine neu justierte medizinische Strategie sowie eine Neustrukturierung folgen, die vor allem auf eine Rückgewinnung des Vertrauens bei Patienten und niedergelassenen Ärzten abzielen muss. Erst dann wird man sehen, ob das JHD langfristig eine Perspektive hat.