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Delmenhorster Arbeitsmarkt im Januar Viele Delmenhorster wechseln in Weiterbildungen

Von Frederik Grabbe | 01.02.2017, 00:01 Uhr

In Delmenhorst herrscht eine stabile Konjunktur, die Einstellungsbereitschaft von Arbeitgebern ist gewachsen: So bewerten Agentur für Arbeit und das Jobcenter den abgelaufenen Januar. Unterdessen ist aber übers Jahr gesehen die Zahl der Eintritte in weiterbildende Maßnahmen hoch.

Im Vergleich zum Dezember sei die Arbeitslosenquote im Januar saisonbedingt von 10,2 auf 10,6 Prozent leicht gestiegen, berichtete Regina Krumpe, Teamleiterin Arbeitgeber-Service, für die Agentur. Allerdings lag sie vor einem Jahr bei 11,1 Prozent. Insgesamt sind derzeit 4184 Menschen in Delmenhorst arbeitslos.

Viele Flüchtlinge in Integrationsmaßnahmen

Zu ihnen gehören im zunehmenden Maße auch Flüchtlinge, sie machen 11,3 aller Arbeitslosen (471) aus. Allerdings sind weitere 942 in Integrationsmaßnahmen und werden darum als arbeitssuchend geführt erhalten Leistungen nach dem SGB II. Mit dem Zugang von Flüchtlingen, so Krumpe, ist auch der Anstieg der Unterbeschäftigungsquote zu begründen: 5841 Menschen waren im Januar in Fortbildungsmaßnahmen eingegliedert, somit stieg die Quote um einen Prozentpunkt auf 14,4 Prozent. Insbesondere das Jobcenter verzeichnete einen hohen Anstieg der Eintritte in die arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen: 2015 waren es rund 1640 Eintritte, 2016 aber 2400. Hierhinter stecken Gelder von 800.000 Euro, die für solche Maßnahmen eingesetzt worden sind, erklärte Jobcenter-Chef Frank Münkewarf.

Besonders Frauen beendeten ihre Arbeitslosigkeit

Dieser bewertete es insbesondere als positiv, dass im Jobcenter vor diesem Hintergrund übers Jahr gesehen 372 Arbeitslose weniger zu verzeichnen sind (3111), zu ihnen zählen im hohen Maße Frauen, wofür laut Münkewarf gezielte Maßnahmen verantwortlich sind. Allerdings gingen gegengerechnet nur 13 in die Erwerbstätigkeit. Dabei könnten Arbeitgeber gut geeignete Kräfte gebrauchen: 604 Stellen stehen derzeit offen, 107 mehr als vor einem Jahr. Vor allem Facharbeiter in der Produktion werden aktuell gesucht.

Brexit wird sich vor Ort bemerkbar machen

Der Jobcenterchef hatte auch noch zwei Prognosen zu bieten: Zum einen, so Münkewarf, werde das Exportgeschäft durch internationale Entwicklungen wie den Brexit oder die Wirtschaftspolitik Donald Trumps zurückgehen und sich so im hiesigen Arbeitsmarkt bemerkbar machen. Zum anderen werde die Zahl der Langzeitbezieher (ab 21 Monaten) durch Flüchtlinge zunehmen, die Integrationsmaßnahmen beendeten, aber nicht sofort in den Arbeitsmarkt fänden.

Großer Zugang im Rechtskreis III

Zudem hat eine Gesetzesänderung bei den Rechtskreisen hat zur Folge, der Rechtskreis SGB III einen Zugang von 204 Personen (absolut: 1.073) im Vergleich zum Dezember zu verzeichnen hat. Jene, die Arbeitslosengeld I sowie aufstockende Leistungen erhalten, werden von nun an von der Arbeitsagentur und nicht mehr vom Jobcenter betreut.