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Delmenhorster Augenarzt-Suche Bei Ärzteversorgung an der falschen Stelle gespart

Meinung – Sonia Voigt | 21.11.2016, 19:50 Uhr

Fehlende Fachärzte und leer stehende Praxen sind in aller Munde – doch selbst wenn alles nach (Bedarfs-)Plan läuft, wie bei der beschriebenen Augenarzt-Suche in Delmenhorst, kann dies für den einzelnen Patienten ganz schöne Härten bedeuten.

Mit einem kranken Kleinkind im Auto zum augenärztlichen Notdienst nach Wilhelmshaven, das ist schon kein Vergnügen. Was aber, wenn man gar kein Auto hat? Nachts im öffentlichen Nahverkehr ist so eine Fahrt schwer vorstellbar. Gut, dass das Pius-Hospital auf Kosten langer Wartezeiten einsprang.

Und auch bei der Nachsorge nach dem Notfall: Fast ein Dutzend Augenärzte hat die engagierte Mutter abtelefoniert, nur um dann erst wieder in der Klinik zu landen und für eine weitere Stippvisite im Behandlungszimmer insgesamt 86 Kilometer zu fahren.

Da klingt das Wort von der Überversorgung mit Augenärzten wie blanker Hohn. Und doch ist dies das System, das der Gesetzgeber vorgegeben hat, um zu sparen. Nur ist es an der falschen Stelle gespart, wenn nicht motorisierte Familien oder weniger mobile Senioren sich den nötigen Arztbesuch verkneifen, weil der Weg zum Facharzt zu weit ist.