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Delmenhorster Bad Die Hälfte der Graftthermebesucher kommt von auswärts

Von Frederik Grabbe | 17.08.2017, 11:25 Uhr

Die Delmenhorster Grafttherme ist der Besuchermagnet schlechthin für die Stadt: Im Jahr rechnet das Bad mit insgesamt 415.000 Gästen. Die Hälfte davon stammt aus Delmenhorst. Das geht aus Zahlen der jüngsten Postleitzahlanalyse des Bades hervor. Allerdings hat diese Schwächen.

Demnach kamen 50 Prozent der Besucher nach Angaben von Geschäftsführer Guido Becker aus Delmenhorst. Fast 40 Prozent stammten aus den Nahbereichen Bremen, Stuhr, Weyhe und Ganderkesee. Bis zu zwei Prozent bilden jeweils Besucher aus Wildeshausen, Achim, Oyten, Verden, Syke und Hude. Verschiebungen im Vergleich zu vorherigen Auswertungen habe es kaum gegeben.

 (Weiterlesen: Grafttherme drückt Minus auf 2,5 Millionen Euro) 

Wie will sich das Bad gegen Mitbewerber behaupten?

Laut Becker wird die Postleitzahlanalyse zwei Mal im Jahr ausgeführt, indem über einen Zeitraum von 28 Tagen Bade- und Saunagäste an der Kasse des Bades nach ihrem Wohnort befragt werden. Die aktuellsten Angaben stammen aus dem Februar 2017. Was diese Zahlen nun bedeuten und wie sich das Bad künftig aufstellen will, um sich gegen das Olantis in Oldenburg oder die Saunalandschaft Oase in Bremen zu behaupten, darüber will Becker aus strategischen Gründen nicht sprechen.

Becker: Analyse hat Schwächen

Allerdings schreibt der Geschäftsführer den Zahlen eine eingeschränkte Aussagekraft zu: „Die Schwäche der Analyse liegt darin, dass sie keine Aussage darüber trifft, welcher Gast den Sportbereich oder den Saunabereich besucht.“ Zudem spiele in die Zahlen hinein, zu welchem Zeitpunkt die Daten erhoben worden sind oder welches Wetter in dem Zeitraum vorherrschte. „Selbst die Frage, ob es im Harz geschneit hat, spielt für uns eine Rolle“, so Becker. Würde man ausführlicher oder über einen längeren Zeitraum die Gäste befragen, würden diese genervt reagieren sein – ein Umstand, den das Bad vermeiden möchte. Bekannten Vorhaltungen, die Grafttherme sei aus Kostengründen nur zur Hälfte ein Bad für Delmenhorster entgegnet Becker: „Ich halte die Aussage für zu plakativ. Wir brauchen die Gäste von außen. Anders lässt sich das Bad nicht bewirtschaften.“

Auswärtige nehmen für Komfort weite Wege auf sich

 (Weiterlesen: Grafttherme steigert Besucherzahl) 

Was aber aus Beckers Ausführungen hervorgeht, ist, dass die zurückgelegte Distanz zur Grafttherme mit dem Grad an Komfort sinkt, den sich ein Gast gefallen lassen möchte. Soll heißen: Für die Angebote der Sauna der Grafttherme nehmen eher Auswärtige weite Wege auf sich. Nutzer des Sportbeckens hingegen stammen tendenziell aus der Stadt.

Analyse im Saunabereich soll folgen

Wie sich die Rolle der Sauna der Grafttherme derzeit wandelt, demonstrieren zwei Erweiterungen in Gastronomie und in der Ruhezone, die Ende September eröffnet werden sollen. Dann will die Grafttherme auch eine neue, speziell auf die Saunagäste zugeschnittene Analyse durchführen, um über diesen Bereich mehr Datenmaterial zu erhalten.