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Delmenhorster Firmen im Fußballfieber Kicker-WM und Tippspiele halten Einzug in Unternehmen

Von Sonia Voigt | 13.06.2018, 11:30 Uhr

WM-Spiele schauen während der Arbeitszeit geht nur in wenigen örtlichen Firmen, Radio hören dürfen aber viele Mitarbeiter. Fußballfans in Klingele-Diensten dürfen ab dem Achtelfinale sogar früher Feierabend machen.

Der WM-Auftakt für die deutsche Nationalelf fällt auf ein Wochenende, aber spätestens beim dritten Vorrundenspiel am Mittwoch, 27. Juni, um 16 Uhr stellt sich für viele Fans die Frage, wie sie Fußballleidenschaft und Beruf vereinbaren sollen. Einige können dabei auf verständnisvolle Arbeitgeber setzen.

Achtelfinale zuhause sehen

Bei den Klingele Papierwerken in Delmenhorst dürfen Mitarbeiter die Spiele mit deutscher Beteiligung ab dem Achtelfinale sogar auf dem heimischen Fernseher anschauen und dafür ihre Spätschicht eher beenden. „Wer kein Interesse hat, darf aber auch weiter produzieren“, erklärt Sarah Lamping. Fernseher gibt es bei Palfinger Tail Lifts in Ganderkesee nicht, aber Radio hören ist bei dem im Dreischichtsystem arbeitenden Hubladebühnen-Hersteller durchaus gestattet.

Tippspiele mit über 70 Teilnehmern

Und erstmals organisiert Palfinger ein internes Tippspiel, für das sich schon viele Mitarbeiter angemeldet haben. Jeweils rund 70 Teilnehmer haben die WM-Tippspiele in der Könecke Fleischwarenfabrik und bei der Stadtwerkegruppe Delmenhorst (SWD), wo auch Kunden im Internet oder über die SWD-App mittippen und Trikots sowie über 50 andere Preise gewinnen können. 51 Mittipper sind es bei CSM Bakery Solutions in Delmenhorst, wo der Tipprundensieger eine elektronische Dartscheibe erhält. „Schusters WM-Orakel“ wird am eigens angeschafften Kicker-Tisch bei Steuerberater Andreas Schuster ausgespielt , bei Deutschland-Spielen wird mittags gemeinsam gegrillt und das Spiel im Radio gehört.

WM-Stimmung im Feuerwehr-Freizeitraum

Die Stadt als Arbeitgeber erlaubt ebenfalls das Mitfiebern am Radio, allerdings „in verträglicher und nicht störender Lautstärke“ und „sofern es den Publikumsverkehr nicht beeinträchtigt“, schränkt Petra Gerlach, Fachbereichsleiterin Interne Verwaltungsdienste, ein. Etwas besser haben es die Berufsfeuerwehrleute und Rettungskräfte: Solange sie in ihrer Bereitschaftszeit abends und nachts keine Einsätze haben, können sie die Spiele auf dem Fernseher im Freizeitraum der Feuerwache an der Rudolf-Königer-Straße verfolgen.

Kein Radio im Streifenwagen

Auch auf den Fernsehern in den Dienststellen der hiesigen Polizeiinspektion laufen die Deutschland-Spiele, zusehen ist erlaubt, solange die Einsatzlage es zulässt. Das sei aber spätestens in der zweiten Halbzeit vorbei, vermutet Sprecher Albert Seegers, wenn die Stimmung bei den Public Viewings steigt oder sogar Autokorsos anrollen. Unterwegs können die Beamten sich höchstens übers Handy informieren, Radio gibt es in den Streifenwagen in der Regel nicht.

Fußball-WM bei C&A kein großes Thema

Aus bleiben müssen Radios und vor allem Fernseher bei Könecke, bei den SWD-Mitarbeitern, und auch im Einzelhandel ist das Mitverfolgen der Spiele schwierig. „Bei uns ist das aber auch kein großes Thema“, sagt C&A-Filialleiterin Beata Stricker, „wir sind zu 99,9 Prozent Frauen, da hat noch keine nachgefragt.“ Vielleicht werde die ein oder andere Mitarbeiterin aber Spiele aufzeichnen und nachträglich schauen – „wir sind natürlich fürs deutsche Team“, sagt Stricker.