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Delmenhorster fordern Fläche Hundefreunde wollen Pultern-Gelände für Vierbeiner

Von Kai Hasse | 11.08.2017, 17:39 Uhr

Die „Interessengemeinschaft hundefreundliches Delmenhorst“ macht Druck: Sie wollen eine weitere sichere Freilauffläche für ihre Vierbeiner. Ihr Objekt der Begierde ist das „Pultern-Gelände“ an der Syker Straße nahe der B75.

Das Pultern-Gelände an der Syker Straße soll eine sichere Freilauffläche für Hunde werden. Das fordern Mitglieder der „Interessengemeinschaft hundefreundliches Delmenhorst“. Das Gelände sei ideal, meint Jochen Hanenkamp, Sprecher der Gruppe bei einem Ortstermin mit dem dk. Das Problem ist, dass es eingezäunt werden müsste.

Delmegrund wird eng

Bisher gäbe es mehrere Flächen in Delmenhorst, die als Freilauffläche für Hunde genutzt werden können. Speziell der Delmegrund südlich der Graft werde gut angenommen – er sei aber zu klein. „Wenn da zehn Hunde herumlaufen, kann es schon mal eng werden“, sagt Hanenkamp. Also ist die Interessengemeinschaft auf der Suche nach neuen Flächen. Und das Pultern-Gelände sei groß genug. Es müsse allerdings mit einem Zaun versehen werden. Der ermögliche erst, dass die Hunde frei laufen können, denn direkt angrenzend ist die viel befahrene Syker Straße. Besonders günstig sei es, dass der kleine See den Hunden ein Bad ermöglicht.

Umstrittene Nutzung

Hanenkamp und seine Mitstreiter wissen, dass der Antrag erstmal durch den Stadtrat muss. Er hat an alle Ratmitglieder ein Infoschreiben geschickt, das sie ins Bild setzen soll. Er erwartet allerdings auch Widerstand. Denn das Gelände hat in den vergangenen Monaten bereits für Gesprächsstoff gesorgt: Naturschützer und Politiker versuchen, ihre Pflöcke einzuschlagen. Die SPD-Arbeitsgruppe 60plus regte ein Naherholungsgebiet an, eine Veranstaltungsstätte ausdrücklich erwünscht. Naturschützer vom Nabu wollen einen Abschnitt mit Eichen-Wällen schützen lassen, und andere wiederum wollen Raum für Gewerbe.

Freilauf bei Autolärm

Ein Rundblick vor Ort: Eine schöne Wiese mit See und vereinzelten Bäumen – und viel Autolärm. Ein Rückblick: Hier gab es bereits eine Gastronomie. Sie brannte ab. Der Besitzer wurde vor mehr als zehn Jahren wegen Brandstiftung und versuchtem Versicherungsbetrug verurteilt.

Die Hundebesitzer Delmenhorsts hoffen auf eine Entscheidung im Sinne aller Delmenhorster Hundebesitzer. Mehrere Tausend Hundebesitzer gäbe es. „Wir zahlen Hundesteuer – dafür wollen wir auch eine Leistung“, sagt Mitglied Birgit Piero. Bei einer Hundesteuer allein für den ersten Hund von 108 Euro im Jahr nähme die Stadt mindestens eine halbe Million Euro allein durch die Hundebesitzer ein. Einen Zaun zu errichten und Parkplätze bereitzustellen, sei ein zum Vergleich dazu ein eher geringer Posten. Außerdem müsste auch eine Parkfläche geschaffen werden

Sozialer Treffpunkt Freilauffläche

Birgit Piero und ihr Mann Jochen sind auch überzeugt, dass eine Freilauffläche nicht nur eben eine Fläche für Hunde sei, sondern auch ein Ort des sozialen Austauschs und Miteinander. „Es gibt viele ältere Mitbürger mit Hund, die sich dann auch mal hinsetzen könnten, ohne ständig ihrem Hund nachzurennen“, sagt sie. Bereits die Freifläche im Delmegrund habe gezeigt, dass eine Freilauffläche außerdem ein Anziehungspunkt für Menschen aus der weiteren Region sei: Im Delmegrund fänden sich auch Hundehalter aus Syke oder Bremen.

Halbe Millionen Euro Hundesteuer

Offizielle Zahlen der Stadt: Tatsächlich hat die Stadt im Jahr 2016, wie von Hanenkamp vermutet, genau 504.317 Euro Hundesteuer eingenommen, von 4075 Haltern mit 4525 registrierten Hunden. Möglich sei die Nutzung der Freifläche als Freilauffläche für Hunde nicht. Zumindest derzeit nicht. Aber: Am kommenden Donnerstag, 17. August, soll das Thema laut Presseabteilung der Stadt im Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Gewässerschutz besprochen werden. Laut Bürgerinformationssystem geht es dann zumindest um den Naturschutz der Wege-Wallhecke am nördlichen Ende des Areals.