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Interreligiöse Begegnung: Delmenhorster Gemeinden laden am Reformationstag zum Kennenlernen ein

Von Stefanie Jürgensen | 04.10.2019, 18:41 Uhr

Einander kennenlernen – dazu laden christliche, die jüdische und muslimische Gemeinden am Reformationstag, 31. Oktober, in die Markthalle Delmenhorst ein. Drei Paar werden an dem Nachmittag von ihren Hochzeiten berichten und interessante Einblicke geben.

"Unser Ziel ist erreicht, wenn jeder mindestens eine neue Person kennen lernt – am besten aus einer anderen Religion", sagt Thomas Meyer, Pastor der evangelischen Stadtkirche. Am Reformationstag, Donnerstag, 31. Oktober, lädt das interreligiöse Forum der Stadt, ein Zusammenschluss christlicher, der jüdischen und muslimischer Gemeinden, von 15 bis 17 Uhr in die Markthalle zur Begegnung ein. "Wir wollen, dass sich alle Gemeinden einmal wieder treffen", fasst es Marianne Etrich, Pastoralreferentin der katholischen Gemeinde St. Marien, zusammen.

Paare erzählen von Hochzeitstraditionen

Unter dem Thema "Paare unter Gottes Segen" werden ein christliches, ein muslimisches und ein jüdisches Paar von ihrer Hochzeit berichten. "Wir hoffen, dass die Leute miteinander ins Gespräch kommen, weil sie neugierig sind", sagt Marianne Etrich. "Die Menschen können sehen, was bei den Hochzeiten gleich oder eben auch anders ist. Alle haben aber gemein, dass sie sich entschieden haben, religiös zu heiraten."

Die drei Paare werden einzeln von ihren Hochzeiten erzählen und auch Fotos mitbringen. "Ich habe extra ein junges Paar gesucht, das die Tradition fortführt", erzählt Yusuf Alic vom Delmenhorster Integrations- und Bildungsverein. Zwischen den Berichten gibt es musikalische Beiträge vom Calypsochor der katholischen Gemeinde, vom jüdischen Seniorenchor sowie eine Koranrezitation. Im Anschluss können die Gäste bei Tee, Kaffee und Kuchen ins Gespräch zu kommen.

Gemeinden freuen sich über Zusammenarbeit

Die Idee für ein solches Treffen kam den Vertretern der Gemeinden bei einer gemeinsamen Fahrt. "Vor Jahren gab es einmal eine interreligiöse Fahrt nach Köln und Bonn. Damit fing es an", erinnert sich Thomas Meyer und Pedro Benjamin Becerra, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde, ergänzt: "Aus dem rein Religiösen ist mittlerweile eine Freundschaft geworden und jetzt versuchen wir, dass unsere Gemeinden mitmachen." Dass die verschiedenen Religionen in der Stadt zusammenarbeiten, klappe aber bereits gut, betont Engin Dogan aus dem Vorstand der muslimischen Gemeinde Mevlana: "Delmenhorst ist in Deutschland vorbildlich."

Die Vertreter der christlichen, muslimischen und jüdischen Gemeinden wollen solche Begegnungen in den kommenden Jahren weiter organisieren – jedes Mal unter einem anderen Thema, damit alle sich besser kennenlernen und neugierig aufeinander werden.

Mehr Informationen:

Die interreligiöse Begegnung findet am Reformationstag, Donnerstag, 31. Oktober, von 15 bis 17 Uhr in der Markthalle Delmenhorst, Rathausplatz 2, statt. Alle sind willkommen. Der Eintritt ist frei.