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Delmenhorster Graft Querbeet: Von A wie Ahorn bis Z wie Zierkirsche

Von Marco Julius | 07.06.2017, 10:25 Uhr

Von A wie Ahorn bis Z wie Zierkirsche: Es mag Menschen geben, die den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen. Wer aber mit offenen Augen durch die Graft geht, den Bürgerpark im Herzen der Stadt Delmenhorst, der sieht nicht nur das große Ganze, sondern der kann auch ganz unterschiedliche Bäume entdecken.

Die Graft ist so etwas wie der größte Garten der Stadt. „Einzigartig in ihrer Anlage, eine Oase der Ruhe und Entspannung, ein weitläufiger Park für Spiel und Sport, ein generationenübergreifender Treffpunkt, umgeben von weiten Wiesen, altem Baumbestand und breiten Wasserläufen mit einer schützenswerten Artenvielfalt“, so umschreiben die Mitglieder des Vereins „Unsere Graft – Bürgerparkverein Delmenhorst“ die grüne Lunge der Stadt. In enger Zusammenarbeit mit dem Fachdienst Stadtgrün und Naturschutz setzt sich der 2014 gegründete Verein für die Graft ein. Für den Erhalt, für die Verschönerung. Die Mitglieder sammeln Spenden, greifen selbst zum Werkzeug, sammeln Ideen.

Schilder mit QR-Codes

Eine dieser Ideen ist der Baumlehrpfad, der jetzt nahezu fertiggestellt ist. Die Idee ist denkbar einfach und überzeugt zugleich: Welche Bäume gibt es in der Graft? Wie heißen sie, welche Eigenschaften weisen sie auf? Da das Wissen über die Natur mehr und mehr in den Hintergrund gerät, hat sich der Verein zur Aufgabe gemacht, Bäume mit Schildern zu versehen. Heiko Honisch hat die Recherchearbeit übernommen und Wissenswertes über 33 verschiedene Bäume zusammengetragen. Gemeinsam mit Katrin Stöver, Fachdienstleiterin Stadtgrün und Naturschutz, sind die Bäume ausgewählt worden. „So ist ein Pfad entstanden, auf dem man bei einem Spaziergang die Bäume kennenlernen kann“, sagt Honisch. Die Schilder, die der Verein angebracht hat, sind mit einem QR-Code ausgestattet, sodass sich per Smartphone weitere Informationen abrufen lassen.

Bis zu 100 Jahre alt

Wie viele verschiedene Bäume es in der Graft gibt, ist nicht ganz klar. „Über 50 werden es sein“, sagt Stöver, in deren Fachdienst auch ein Kataster angelegt wurde. Die ältesten Bäume der Graft dürften laut Honisch rund 100 Jahre alt sein, darunter befinden sich einige Eichen. In der Graft finden sich verschiedene Eichentypen, etwa die Stieleiche oder die Amerikansiche Roteiche. „Es sind auch viele Exoten unter den Bäumen zu finden“, sagt Carsten Hoffmann vom Bürgerparkverein. Die Japanische Zierkirsche etwa. Tulpenbaum, Esskastanie, Trompetenbaum, Urwaldmammutbaum – die Liste ist vielfältig. Buchen, Ulmen, Erlen und Ahorn lassen sich in der Graft ebenfalls finden. „Es ist die Vielfalt, die das Besondere der Graft ausmacht“, findet Honisch. Und die soll durch den Baumlehrpfad, der auch mit Unterstützung des Rotary Clubs entstanden ist, noch einmal verdeutlicht werden. Der Pfad soll, so drückt es Hoffmann aus, die bereits sehr hohe Identifikation der Delmenhorster mit ihrer Graft noch einmal verstärken.Der Baumlehrpfad in der Graft. Grafik: www.unsere-graft.de