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Delmenhorster hinterlässt tausende Werke Stiftung erhält Pollak-Erbe

Von Jan Eric Fiedler | 16.01.2015, 20:45 Uhr

1000 Aquarelle, 800 Ölbilder, 10000 Zeichnungen: Der Künstler Josef Pollak hat ein umfangreiches Werk hinterlassen. 1990 übergab er die Verantwortung darüber an eine Stiftung.

Delmenhorst. „Ich halte mich für einen ehrlichen und brauchbaren Maler. Mein Werk hätte es nicht verdient, dass man es auf den Müll schmeißt.“ Diese Worte richtete der Delmenhorster Künstler Josef Pollak an Galerist Gerrit van Staden und legte damit den Grundstein für die Josef-Pollak-Stiftung. Diese feiert in diesen Tagen ihr 25-jähriges Bestehen.

Gegründet wurde sie am 2. Februar 1990 von der Galerie van Staden, dem Verlag Siegfried RIECK und dem Atelier & Werkstatt BerGer. Neben Gerrit van Staden und seinem Vater Hero van Staden gehörten die dk-Verleger Anna-Louise Schulte Strathaus und Dirk Schulte Strathaus zu den Gründungsmitgliedern. Heute, so van Staden, verwaltet die Stiftung Pollaks Werk von rund 1000 Aquarellen, 800 Ölbildern und 10000 Zeichnungen. Neben der Vermittlung von Bildern für Ausstellungen hält die Stiftung das Andenken des Künstlers mit Publikationen am Leben. Die Bilder des 1997 verstorbenen Künstlers sind noch immer gefragt. Im Mai wird die Stiftung mit sechs Bildern an einer Ausstellung zum Thema Nordsee der Kunststiftung Lilienthal beteiligt sein. Auch zum Jubiläum seiner Galerie zeigt van Staden im März Pollak-Werke.

Früher war Pollak ein bekanntes Gesicht in der Innenstadt. „Mit Spazierstock und Notizbuch war er oft in der Langen Straße unterwegs“, erinnert sich van Staden. So kam der Künstler ab 1984 öfter in seiner neu eröffneten Galerie vorbei. Aus gelegentlichen Besuchen Pollaks wurden fast tägliche Treffen. „Ich kam gerade aus Kanada, er kam nie aus Delmenhorst heraus. Diese beiden Gegenpole haben sich irgendwie angezogen“. Es entstand ein Vertauensverhältnis. „Ich habe viel von ihm gelernt“, sagt van Staden. Dabei galt Pollak eigentlich als schwieriger Charakter.

Er wurde 1912 als achtes von zehn Kindern schlesischer Fabrikarbeiter in Delmenhorst geboren. Nach dem Abitur machte er eine Malerlehre. Studiert hat er nie. Beruflich ordnete er aber alles seiner Kunst unter. An den Handelslehranstalten hat Pollak Schriftform unterrichtet, dazu hat er Kurse an der VHS gegeben. „Sonst hat er von seinen Bildern gelebt“, berichtet van Staden. Das war nicht immer einfach: „Er war kein Geschäftsmann, konnte sich nur schwer von Bildern trennen.“ So dauerte ein Verkaufsprozess schon einmal Monate. „Er kam zu den Kunden und sagte, wo die Bilder hinkommen. Ihm ging es auch um Gespräche und auch mal um ein gutes Essen.“

Denn Pollak lebte spartanisch. Bett, Schrank, Bücherregal und natürlich seine Staffelei: Viel mehr war in seiner Wohnung nicht zu finden. Verheiratet war er nie. Er sei bei den Frauen durchaus gefragt gewesen, habe sich aber nicht fest binden wollen. „Dann müsste ich so malen, dass ich damit Geld verdiene“, soll er gesagt haben.