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Delmenhorster Hobbysammler Es fing mit einer Gedenkmünze an

Von Vincent Buß | 23.11.2018, 10:53 Uhr

Briefmarken und Münzen können richtig teuer sein. Warum ihn das Sammeln fasziniert, erklärt ein Delmenhorster.

Es war ein kleiner Fehler, der Sammler bis heute glücklich macht. Anfang der 1980er-Jahre verwahrte der damalige Postminister Kurt Gscheidle Sondermarken in seinem Haus auf, die nicht herausgegeben werden sollten. Doch seine Frau frankierte trotzdem ihre Post damit. Die Marken kamen illegalerweise in Umlauf und erreichen heute Preise von bis zu 82.000 Euro.

So wertvolle Marken besitzt Eckhard Schmidt natürlich nicht. Nichtsdestotrotz ist er am Sonntag, 11. November, in die Aula der Kerschensteiner Berufsschule gekommen zum Tauschen, Kaufen und Verkaufen, auf den Briefmarken-Großtauschtag des Vereins der Delmenhorster Briefmarkenfreunde, dessen Vorsitzender er auch ist. Dort sind auch Aussteller, die sogar gewerblich Marken verkaufen. Schmidt selbst sammelt Briefmarken und auch Münzen allerdings nur als Hobby.

Und das seit rund 40 Jahren. „Ich hatte eine Gedenkmünze und bin so an einen Verein gekommen“, erinnert sich der 75-Jährige. „Viele Menschen haben einen Hang zum Sammeln“, erklärt er sich die Faszination des Hobbys. „Meist fängt es mit Gedenkmünzen an.“ Oft höre es aber auch damit auf.

Verein hat Nachwuchsprobleme

Der Verein der Delmenhorster Briefmarkenfreunde hat laut Schmidt Nachwuchsprobleme. Von den rund 30 Mitgliedern seien die meisten Rentner. Auch Frauen gebe es wenige. Früher sei das Hobby populärer gewesen, erzählt Schmidt. Deshalb wirbt er wirbt an Schulen um Nachwuchs. Jüngere kommen ihm zufolge aber am ehesten, wenn sie Sammlungen von Familienmitgliedern erben.

Wie auch Andreas Schoferg aus Schierbrok, dem sein Großvater Briefmarken überlassen hat. Er blättert an einem Stand durch die Alben. „Um selbst anzubieten, habe ich noch zu wenige“, sagt er. Er hat seine Kinder Anna und Raphael mitgebracht, die er ebenfalls zum Sammeln motivieren möchte. Das Interesse ist da: „Wir gucken uns gerne die Bilder an“, erklären die beiden.

Hobby mit Mehrwert

Das macht laut Schmidt auch den Mehrwert des Hobbys auf. „Wenn man sich mit den Marken beschäftigt, beschäftigt man sich auch mit der Geschichte und Technik dahinter“, sagt der Huder. Die Experten nennt man dann Philatelisten. Man muss jedoch nicht den Wert aller Marken auswendig kennen, dafür gibt es Kataloge mit Preisen.

Tipps für Sammler hat Schmidt auch. So gebe es beispielsweise auf Ebay und Auktionen immer wieder günstige Angebote. Weil es so viel zu sammeln gebe, herrsche aber kein besonders starker Wettbewerb unter den Hobbyleuten. Schmidt hat eh nur die Exemplare mitgebracht, der er weggeben möchte. „Meine ganz besonderen Marken und Münzen habe ich zuhause.“