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Delmenhorster Kita feiert Jubiläum Erste St.-Paulus-Kita-Kinder haben selbst schon Nachwuchs

Von Sonia Voigt | 15.08.2017, 09:32 Uhr

1992 nahm der Kindergarten am Wacholderweg Vierjährige auf. Heute begrüßt die Krippe schon Einjährige, die zudem länger bleiben. Ihrem offenen Konzept bleibt die evangelische Kita dennoch treu.

25 Jahre Kindertagesstätte St. Paulus – das bedeutet, die Kindergartenkinder der ersten Stunde bringen schon ihren Nachwuchs in die evangelische Kita am Wacholderweg. Einige Ehemalige hat Leiterin Sabine Vormschlag sogar schon als Kolleginnen begrüßt. Und es bedeutet auch: Es wird gefeiert. Zum 25. Geburtstag plant die Kita einen Tag der offenen Tür mit Sommerfest am Samstag, 19. August. Erste Ehemalige haben sich schon angesagt. „Uns ist jeder willkommen“, sagt Sabine Vormschlag.

Integrativer Gedanke prägte die gesamte Arbeit

Sie hat in einem Vierteljahrhundert viele Veränderungen in der Kita begleitet, auch wenn das Gebäude äußerlich fast gleich blieb und die Zahl der betreuten Kinder mit 124 nah an der beim Start 1992 ist. Schon 1994 wagte St. Paulus als eine der ersten Einrichtungen in Delmenhorst den Schritt zum integrativen Kindergarten, in dem Kinder mit und ohne Behinderung zusammen betreut werden. „Das hat unsere gesamte Arbeit geprägt“, sagt Kita-Leiterin Vormschlag. Die andere Sichtweise der Heilpädagoginnen helfe an vielen Stellen.

Seit 2013 Krippe

Der jüngste Umbruch war im Jahr 2013 der Umbau des Horts zur Krippe. Die Nachmittagsbetreuung für Schulkinder wechselte an die Käthe-Kollwitz-Schule, um in St. Paulus dringend benötigte Plätze für unter Dreijährige zu schaffen.

Andere Entwicklungen kamen allmählich. Da Eltern längere Betreuungszeiten brauchen, entfiel die Gruppe an drei Nachmittagen, die Zeiten der übrigen Gruppen wurden ausgedehnt. Heute gibt es eine Krippengruppe, eine Nachmittags- und eine Vormittagsgruppe sowie drei Ganztagsgruppen. Zudem gibt es immer mehr jüngere Kinder in der Kita. „Früher begann der Kindergarten oft erst mit vier Jahren, jetzt geht es zum Teil schon mit zwei los“, vergleicht Vormschlag.

Kuschelecken für engere Bindung

Weil jüngere Kinder eine engere Bindung brauchen, hat die Kita ihr offenes Konzept angepasst. So haben die Themenräume nun alle Kuschel- und Spielecken, die den Kleinen erlauben, in der Nähe ihrer bekannten Erzieherinnen zu bleiben. Die älteren Kinder haben aber nach wie vor täglich die Wahl zwischen Angeboten wie Holzwurmhütte und Bücherei, Gartenprojekt und Kochaktionen, Sport-, Bastel- oder religionspädagogischen Angeboten. Weitere Besonderheiten sind das tägliche gesunde Frühstücksbüfett, für das die Kinder Gemüse schnippeln oder Erdbeermarmelade kochen, und die Patenschaft mit Belarus, die regelmäßig Gäste von dort in die Kita führt.

Räumliche Grenzen erreicht

Ihr Traum wäre es, die Kita zum Stadtteilzentrum zu machen, mit Angeboten für Familien mit Kindern vom Krippen- bis zum Hortalter, sagt Sabine Vormschlag. „Aber im Moment haben wir unsere räumlichen Grenzen erreicht.“ Ihr Wunsch passt zu ihrer Beobachtung, dass Eltern heute „viel mehr Beratung brauchen, viele Kinder bringen Probleme mit“. Kleinere Gruppen und mehr Verfügungszeit heißen daher ihre ganz konkreten Kita-Geburtstagswünsche.