Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Delmenhorster Komponist Hespos präsentiert abwechslungsreiches Programm

Von Birgit Stamerjohanns | 26.10.2018, 00:10 Uhr

Delmenhorst Hans-Joachim Hespos präsentiert zum 49. Mal die Reihe „Neue Musik in Delmenhorst“. In diesem Jahr ist ein Ensemble aus Bremen zu Gast.

Als Komponist, davon ist Hans-Joachim Hespos überzeugt, muss man sich quälen können. Musik macht Arbeit, ist vom Warten auf den Durchbruch geprägt und oft genug von existenziellen Nöten. „Deswegen quälen wir auch unser Publikum gern“, scherzt der Ganderkeseer Komponist, während er das Programm zur 49. Auflage der Reihe „Neue Musik in Delmenhorst“ vorstellt. Am Sonntag, 11. November, um 20 Uhr wird im Kleinen Haus einmal mehr das zu hören sein, was Hespos als „Hardcore der Neuen Musik“ bezeichnet. Der 11.11. ist für Liebhaber dieses Genres jedenfalls zu einem festen Datum geworden, freut sich der Ganderkeseer Musiker.

Improvisation auf Küchenschrank

Viel kann Hans-Joachim Hespos noch nicht über das sagen, was das Bremer Ensemble KLANK am 11. November auf die Bühne bringen wird, nur so viel: es wird eng. Allein die Instrumente Kontrabass und Kontrafagott nehmen einiges an Platz ein. Noch geräumiger dürfte das ausfallen, was für die im Programm angekündigte „Alltagspercussion“ herhalten muss. KLANK-Mitglied Tim Schomaker beispielsweise improvisiert auf und in einem alten Küchenschrank. Hans-Joachim Hespos war davon vor einigen Jahren so begeistert, dass er dem Musiker bereits ein Solo mit Orchesterbegleitung geschrieben hat. Dieses Werk hat in der kommenden Woche in Wien Premiere, es eröffnet dort ein Festival für Neue Musik. Elektronik bringen die Bremer Musiker ebenfalls mit, dazu nicht näher definierte „Sachen“ – und einige klassische Instrumente.

Ensemble präsentiert verschiedene Stücke in Delmenhorst

In Delmenhorst wird KLANK verschiedene Stücke präsentieren. Zum Beispiel das 17-minütige Werk „PSK“ von Christoph Ogiermann. Dahinter verbergen sich laut Programmheft „Zeichenfolgen für 4 verstärkte Mundspieler mit nassen Spiegeln und kaputten Ballons“. Das Ensemble spielt auch eine Eigenkomposition: „Zehn Minuten mit dem Titel `Meiner Gemeinschaftspraxis geht langsam die Luft aus` - man darf gespannt sein“, findet Hans-Joachim Hespos. Er selbst hat das Werk „CLASH“ aus dem Jahr 2013 zum Programm beigesteuert, das als letztes Stück des Abends zu hören sein wird.

„Es ist erstaunlich, dass sich das Konzert schon so lange hält, obwohl wir keine Werbung dafür machen“, so Hespos, „die Leute kommen immer wieder.“ Ann-Katrin Albers vom Kulturbüro ergänzt: „Die Leute freuen sich auf das, was auf sie zukommt und sind neugierig, was sich Hans-Joachim Hespos einfallen lässt.“ Der Komponist bescheinigt dem Kleinen Haus eine hervorragende Akustik und dem Delmenhorster Publikum ein hohes Maß an Disziplin. Im kommenden Jahr wird im Kleinen Haus ein Jubiläumskonzert stattfinden, dann mit dem Minguet Streichquartett aus Köln.