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Delmenhorster Krankenhausbücherei Die Unterhaltung kommt ans Krankenbett gerollt

Von Jan Eric Fiedler, Jan Eric Fiedler | 05.05.2017, 09:33 Uhr

Krimis, Biografien und sogar vegetarische Kochbücher: Petra Brunhorn ist am Josef-Hospital Delmenhorst die Herrin über 1500 Bücher und kennt die Lesegewohnheiten der Patienten ganz genau.

„Gerade die alten Damen lesen gerne Krimis – und zwar die Hardcore-Krimis zum Nägelknabbern.“ Petra Brunhorn kennt ihre Klientel. Die Leiterin der Krankenhausbücherei am Josef-Hospital Delmenhorst lernt nahezu jeden Patienten des Krankenhauses kennen und erfährt dabei so einiges über Lesegewohnheiten.

Neue mobile Bücherei musste her

Einmal pro Woche an jedem Krankenbett vorbeischauen, das ist ihr Ziel. Bisher war das ein teils mühseliger Weg. Denn ihre alte „mobile Patientenbücherei“, wie sie ihren Rollwagen nennt, war schon ein „antiquarisches Stück“. Da das Budget der Bücherei nicht groß ist und natürlich vornehmlich für neue Bücher ausgegeben werden soll, machte sie sich auf die Suche nach „jemanden, der bereit war, mir 1300 Euro dafür zu geben“. Sie wurde fündig: Die Volksbank Delmenhorst-Schierbrok hat die Summe zur Verfügung gestellt. „Eine Kollegin hat gesagt, ich wäre von einer Ente auf einen Mercedes umgestiegen“, sagt Brunhorn und schwärmt von der „Schlingerleiste“ des neuen Gefährts, die verhindert, dass sich Bücher bei der Fahrt über Absätze selbstständig machen.

Auch Hörbücher können geliehen werden

Im Trakt der alten Kinderklinik ist Brunhorn die Herrin über rund 1500 Bücher, hinzukommen noch einmal gut 70 Hörbücher, die von den Patienten inklusive CD-Player ausgeliehen werden können. Acht Regalmeter oder gut 200 Bücher finden auf ihrem neuen Wagen Platz. Dabei ist alles, was das Herz begehrt: vom Krimi über Biografien bis hin zum Kochbuch für die vegetarische Küche. Nur eins hat sie nicht auf ihrem Wagen: „Auf medizinische Bücher verzichte ich.“

Leichte Kost beliebt

Ohnehin würde von den Patienten eher die leichte Lektüre bevorzugt werden: „Im Krankenhaus haben sie es schwer genug. Da muss man nicht auch noch die schwere Kost lesen.“ Dass in nächster Zeit das Smartphone und die Tablets der Patienten den Bücherwagen überflüssig machen, glaubt sie nicht: „Unser Klientel ist eher 60 plus. Da ist noch das Buch gefragt.“