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Delmenhorster Kunstort eröffnet Malerhaus zieht Gäste ins Leben von Willi Oltmanns

Von Sonia Voigt | 02.10.2016, 09:30 Uhr

Den 111. Geburtstag des Delmenhorster Künstlers Willi Oltmanns hat die gleichnamige Stiftung am Samstag zum Anlass genommen, das Malerhaus am Klosterdamm 72 zu öffnen. Rund 60 Kunstinteressierte folgten der Einladung.

Die Sitzgruppe im Wohnzimmer sieht so einladend aus, als könnten Willi und Lilo Oltmanns hier jeden Moment wieder Platz nehmen, zwischen ihren liebgewonnenen Möbeln, alten Büchern und persönlichen Sammlerstücken. Doch die mit passender Aufhängung und moderner Beleuchtung in Szene gesetzten Oltmanns-Kunstwerke an den Wänden zeigen, dass ihr Haus am Klosterdamm 72 einen großen Schritt vom Zuhause in Richtung Museum gegangen ist. Den 111. Geburtstag des Delmenhorster Künstlers hat die Willi-Oltmanns-Stiftung am Samstag zum Anlass genommen, das Malerhaus zu öffnen. Rund 60 Kunstinteressierte folgten der Einladung.

Malerhaus sollte trotz Renovierung authentisch bleiben

„Es ist ein Spagat, alles authentisch zu erhalten, aber auch renoviert und museal zu präsentieren“, sagt Stefan Look, Großneffe von Lilo Oltmanns. Zusammen mit Dr. Wiebke Steinmetz leitet er die von Lilo Oltmanns gegründete Stiftung , die auf ihren Wunsch nach ihrem Tod im vergangenen November neben den sonstigen Bemühungen um Willi Oltmanns’ Werk ihr 1947 erbautes Wohnhaus öffnen sollte.

Neue Begegnungsstätte für Kunstinteressierte

Als neue Begegnungsstätte für Kunstinteressierte hat sich das Malerhaus gleich bei der von der LzO Delmenhorst geförderten Eröffnungsfeier mit Klaviermusik, Kuchen und Wein etabliert. „Ihr Zuspruch wird uns ein weiterer Antrieb sein“, dankte die Stiftungs-Vorsitzende Dr. Wiebke Steinmetz den Gästen. Etwa einmal im Monat soll das Haus künftig geöffnet sein, nicht nur um die rund 2000 Aquarelle und 500 Ölgemälde von Oltmanns in neuen Hängungen zu präsentieren. „Unser Wunsch und Ziel ist es, auch Lesungen, Konzerte oder Veranstaltungen für Kinder anzubieten“, erklärt Steinmetz.

Malerhaus soll „Kleinod für Delmenhorst“ werden

Ein „Kleinod für Delmenhorst“ soll das Malerhaus werden, das zeigt wie Willi und Lilo Oltmanns gelebt, gearbeitet und gefeiert haben, ergänzt Steinmetz. Und gefeiert – und geraucht – wurde gerne im Hause Oltmanns. Die Spuren davon sowie die langwierige Nachlassregelung und das wuchernde Grün im Garten, der Oltmanns zu einigen seiner Landschaften, Blumenstücke und Stillleben inspirierte, machten den Eröffnungstag zum „sportlichen Ziel“, berichtet Steinmetz. Doch der Wettlauf mit der Zeit glückte. Nur etwas Farbgeruch in der Luft verriet den Gästen die Anstrengungen, die nötig waren, um ihnen den Menschen Willi Oltmanns ein gehöriges Stück näherzubringen – und seine Kunst, die in diesem Haus wirklich überall ist, sogar auf Schranktüren und Ofenkacheln.