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Delmenhorster Markt unsicher Stadt zwingt Postenhandel Nord zu sofortiger Schließung

Von Sonia Voigt | 31.07.2017, 19:51 Uhr

Mit deutlicher Wortwahl begründet die Stadt ihre Entscheidung, dass der große Restpostenmarkt am Hamburger Weg mit sofortiger Wirkung schließen muss. Die Fachleute rügen „massive Brandschutzmängel“. Es handle sich „faktisch um einen Schwarzbau“.

Der zuletzt mehrfach wegen Anwohnerbeschwerden über die Parksituation in die Schlagzeilen geratene Postenhandel Nord am Hamburger Weg muss schließen. Das hat die Stadtverwaltung mit sofortiger Wirkung verfügt. Grund sind unter anderem erhebliche Sicherheitsmängel in dem großen Restpostenmarkt. „Das kommt sehr plötzlich“, sagt Geschäftsführer Christoph Pawlowski, der nun seine Anwälte mit der Prüfung beauftragt hat.

Fachleute rügen außergewöhnliche Zustände

„Weder meine Kollegen noch ich haben derartige Zustände während unserer langjährigen Tätigkeit jemals festgestellt“, beschreibt Gunter Bott, Leiter des Fachdienstes Bauordnung, seine Eindrücke. Die Fachleute stellten bei einer Überprüfung fest, dass der Restpostenmarkt baurechtlich nicht genehmigt ist und das Gebäude massive Brandschutzmängel aufweist. „Flucht- und Rettungswege sind weder gesichert noch für die große Zahl an Kunden ausgelegt, die sich dort an den vergangenen Verkaufstagen bewegten“, stellt die Stadtverwaltung fest.

„Faktisch ein Schwarzbau“

Insgesamt entsprechen die Gebäude laut dem zuständigen Fachdienst in großen Teilen nicht den ursprünglich genehmigten Plänen. „Damit handelt es sich faktisch um einen Schwarzbau“, erläutert Bott. Daher habe sein Fachdienst die Nutzung als Verkaufsstätte untersagt. „Dazu gibt es keine Alternative“, erklärt Bott, die Stadt müsse so handeln. Betreiber und Eigentümer sind aufgefordert, „baurechtskonforme Zustände“ herzustellen. „Allerdings bedarf es noch der Prüfung, ob ein Sonderpostenmarkt in der gegenwärtigen Größe dort überhaupt zulässig wäre“, heißt es seitens der Stadtverwaltung.