Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Delmenhorster Politik einig Grünes Licht für Garagen statt Wald in Delmenhorst

Von Michael Korn | 26.04.2017, 17:18 Uhr

Auf einem ehemaligen und zwischenzeitlich von Bäumen bewachsenen Bahngelände in Delmenhorst soll ein Garagenhof entstehen. Das haben die Ratsparteien im Planungsausschuss am 25. April 2017 beschlossen.

In der Posse um die Ersatzpflanzungen für einen an der Asternstraße verschwundenen „Wald“ hat die Ratspolitik einstimmig grünes Licht für die Ansiedlung eines Garagenhofs an der Stelle gegeben. Eine Forderung des Bürgerforums nach einer Auflage für den Eigentümer, zwischen den Garagen wieder Waldstrukturen anzulegen, wurde von der Verwaltung im Planungsausschuss des Rates am Dienstag zurückgewiesen: Dafür sei das Grundstück zu klein und die Ausnutzbarkeit für Gewerbe zu gering.

Rodung „im Blick“

Zuvor hatte Fachbereichschef Fritz Brünjes bekräftigt, es sei „normal, dass dort „Wald gerodet wird“. Nur müsse dann an anderer Stelle nachgepflanzt werden. Dies geschieht nun auf Kosten des Eigentümers für 13800 Euro und nach Maßgabe eines Forstgutachtens in Nähe des Brendelwegs. Die weiteren Fällarbeiten im hinteren Bereich des früheren Bahngeländes habe die Stadt „im Blick“, wie Brünjes sich ausdrückte. An der Asternstraße soll ein Garagenhof für Oldtimer, Wohnmobile und Boote entstehen.

Wald rekonstruiert

Vor mehr als zwei Jahren war der Wildbewuchs abgeholzt und in eine Sandfläche verwandelt worden. Im Gutachten wurden die vormaligen Naturverhältnisse rekonstruiert und als Wald nach niedersächsischem Waldgesetz eingestuft. Mit einem „Waldumwandlungsverfahren“ kann das 4700 Quadratmeter große Grundstück nunmehr gewerblich genutzt werden. Gleichzeitig votierte der Planungsausschuss für einen entsprechenden Bebauungsplan.