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Delmenhorster Politik Regionales Konzept könnte Touristen bringen

Von Jan Eric Fiedler, Jan Eric Fiedler | 02.06.2017, 08:27 Uhr

Die Stadt soll durch ein neues Projekt des Kommunalverbundes im Bereich der Naherholung profitieren. Durch die Netzwerkarbeit steigt die Chance auf Fördergelder.

Seit Jahren befindet sich Delmenhorst im Bereich des Tourismus unter den Schlusslichtern in Deutschland. Nur wenige auswärtige Besucher finden in die Stadt. Eine Hoffnung, dass sich dies ändern könnte, hat am Dienstag im Umweltausschuss die Vorstellung eines neuen Landschafts- und Naherholungskonzeptes des Kommunalverbundes Niedersachsen/Bremen bei der Delmenhorster Politik geweckt. Bei zwei Enthaltungen stimmte sie für die Idee.

28 Kommunen sollen besser zusammenarbeiten

Der Kommunalverbund ist ein Zusammenschluss aus 28 Gemeinden rund um Bremen. Diese könnten, sollte dem Konzept zugestimmt werden, ihre Zusammenarbeit in den Bereichen Landschaft und Naherholung vertiefen. Es soll eine gemeinsame Koordinierungsstelle eingerichtet werden, die bei der Umsetzung des Konzeptes hilft und gemeinsame Projekte anstößt.

Delmenhorst soll besondere Rolle zukommen

„Kooperationen sind wichtig, um Synergieeffekte nutzen“, stellte Stadtbaurätin Bianca Urban die Vorteile des Konzeptes heraus. Für Benjamin Möller, der das Konzept als Vertreter des Kommunalverbundes dem Ausschuss vorstellte, kommt Delmenhorst im Kommunalverbund eine besondere Rolle zu, da die Stadt von drei Landkreisen umrahmt wird und direkt an Bremen grenzt. „Die Einbettung in eine regionale Strategie erhöht die Chance auf Fördermittel“, betonte er. Denn in dem Einwerben von Fördergeldern besteht eine der Hauptaufgaben der Koordinierungsstelle.

Zustimmung und Skepsis in der Politik

Die Politiker im Umweltausschuss sahen in der Idee Potenzial: „Das ist das, was man in Sachen Tourismus und Lebensqualität für Delmenhorst tun kann“, urteilte Hartmut Rosch (Linke). „Die Fraktion Bürgerforum/Freie Wähler begrüßt, dass wir durch Tourismus mehr Leben in die Stadt bekommen“, sagte Eva Sassen. Sie hob auch hervor, dass durch die gemeindeübergreifenden Projekte im Kommunalverbund Kosten gespart werden könnten. Skeptisch zeigte sich Murat Kalmis (FDP): „Das ist ein erster Schritt, den man gehen kann“, sagte er, blieb aber bei seiner Ansicht, dass der Kommunalverbund mehr Kosten erzeugt, als dass er Nutzen bringt.

Verwaltung berät zu Einzelprojekten

Christoph Jankowsky, Fachdienstleiter Stadtentwicklung und Statistik, hatte zuvor für den Beschluss geworben. Dieser sieht neben der Zustimmung zum Landschafts- und Naherholungskonzept vor, dass die Verwaltung bereits im Vorfeld fachbereichsübergreifend berät, welche Projekte angestoßen werden können.

Der Wirtschafts- und Finanzausschuss hat sich am Mittwoch ebenfalls für das Projekt ausgesprochen, sogar einstimmig. Auf eine Aussprache zum Thema verzichtete das Gremium auf Anregung des Ausschussvorsitzenden Deniz Kurku (SPD).