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Umfangreiches Programm Delmenhorster Projekt Mitschnitt gut angelaufen

Von Martina Brünjes | 04.10.2019, 20:05 Uhr

Das Projekt Mitschnitt Delmenhorst sammelt die Tonspuren der Stadt Immaterielles Kulturgut sammeln, bearbeiten und ausstellen, heißt das Motto. Unter der Leitung von Maike Tönjes und Anne Angenendt und in Zusammenhang mit verschiedenen Organisationen wurde ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt.

Das Projekt unterscheidet drei Projektphasen: Rekord bedeutet die Aufnahmephase. An verschiedenen Orten in Delmenhorst werden atmosphärische Geräusche gesammelt. Beispielsweise an Bushaltestellen, in Cafés und am Autobahnzubringer. So entsteht ein Audioarchiv, dieses wird dem Stadtmuseum zukünftig auch über das Projektende hinaus zur Verfügung stehen. Die zweite Phase heißt Play. Diese Phase läuft derzeit und dauert noch bis April 2020 an. Es ist die Phase der Workshops, Vorträge und Filmabende. Interessierte können an den zwölf verschiedenen Angeboten nach Voranmeldung teilnehmen. Die dritte und letzte Phase heißt Forward. Als mobile Audiogalerie wird die Ausstellung im Frühjahr 2020 durch die Stadtteile Delmenhorsts wandern und später als Dauerausstellung an das Stadtmuseum übergeben.

Die Angebote des Herbst- und Winterprogramms werden teilweise mit den Kooperationspartnern angeboten. Mit dabei: Feminist Friday, Diakonie Delmenhorst/ Oldenburger Land, Gesundheitsregion Niedersachen/ Delmenhorst, Deutsches Rotes Kreuz und der Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen. Gefördert wird das Programm durch die Kulturstiftung des Bundes. Ziel des Programmes ist es unter anderem, eine neue Zielgruppe auf das Museum aufmerksam zu machen.

Was wir hören ist politisch

Zum Programm: Vom 9. und 30. Oktober von 15.30 bis 19 Uhr heißt es „Was wir hören ist politisch“. „Hier geht es um politische Statements und diskriminierende Zeilen in Musiktexten“, erklärt Virginia Sroka-Rudolph von Feminist Friday Delmenhorst. Treffpunkt ist vor dem Jute-Center,

Am 16 Oktober von 15 bis 18 Uhr findet im Nachbarschaftsbüro Düsternort in der Elbinger Straße 8 das Erzählcafé statt. Hier sollen längst aus der Stadt gewichene Klänge thematisiert werden. Ein Beispiel wäre die Sirene auf dem Nordwolle Gelände. Diese Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit der Diakonie Delmenhorst statt.

Vertonte Geschichten

Vom 19 bis 20. Oktober werden die Kinder angesprochen. Sie dürfen unter dem Motto „Nachts im Museum“ im Museum übernachten. Die Kinder gehen nachts durch das Museum und erfinden Geschichten zu den einzelnen Exponaten. Diese Geschichten werden vom Sounddesigner Thomas Werner vertont. Einige Plätze sind noch frei.

Am 6. November heißt es von 16 bis 20 Uhr „Let the Music Play“. Ein DJ-Workshop für Frauen, Inter- und Transpersonen. DJ Miss Da.Point was sie hinter ihren Plattentellern macht und wie man mit Laptop und Mischpult auflegen kann.

Am 8. November findet die „Silent Rights Party“ von 20 bis 23 Uhr statt. Hier können zum einen die Teilnehmer des „Let the Music Play“-Workshops zeigen was sie gelernt haben. Zum anderen haben Besucher aber auch die Möglichkeit, mittels Kopfhörer die Musik zu hören oder einem Programm über Diskussionen zum Thema „Die Würde des Menschen“ bezogen auf die Musik zu lauschen.

Mit Yoga Geräusche ausblenden

Der 22. November findet in Kooperation mit der Gesundheitsregion Niedersachsen statt. Yoga steht auf dem Programm. Jeweils von 12 bis 12.30 Uhr und von 14 bis 14.30 Uhr lernen Interessierte, wie man die Geräusche der Stadt kurzzeitig ausblenden kann. Durchgeführt wird diese Veranstaltung in der Markthalle Delmenhorst.

Der Gitarrist Jannis Wichmann spiel ein experimentelles Konzert zu den urbanen Klängen Delmenhorsts. Am 24. November von 17 bis 18.30 Uhr und am 19. Januar 2020 zur gleichen Zeit haben die Zuhörer die Chancen dieses Konzert in der Turbinenhalle zu erleben.

„Mit den Ohren malen“ heißt es am 8. Dezember von 11 bis 14 Uhr. Der Workshop richtet sich an Sehende, eingeschränkt sehende und blinde Menschen. Zum Sound der Stadt entstehen Bilder.

Ausblick aufs geplante Soundarchiv

Die Projektleiterinnen Maike Tönjes und Anne Angenendt berichten am 26. Januar ab 11 Uhr über ihre akustische Reise durch Delmenhorst. Auch ein Ausblick auf das geplante Soundarchiv im Museum wird gewährt. Zum Abschluss heißt es im Februar nochmals „Malen mit den Ohren“. Diese Veranstaltung findet am 12. Februar von 11 bis 14 Uhr statt.

Alle Veranstaltungen bis auf die Konzerte des Gitarristen Jannis Wichmann sind kostenfrei. Um Voranmeldung wird per E-Mail an kontakt@mitschnitt-delmenhorst.de oder unter der Telefonnummer (0176) 52637901 gebeten. Veranstaltungsort, wenn nicht anders angegeben, ist das Nordwestdeutsche Museum für Industriekultur.