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Delmenhorster Rathaus prall gefüllt Nacht der Jugend vereint Zeitzeugen-Gespräch und Hip-Hop

Von Sonia Voigt | 18.11.2017, 17:05 Uhr

Fast 40 Gruppen haben für die dritte Nacht der Jugend das Delmenhorster Rathaus und die Markthalle mit einem lebendigen, vielseitigen Programm gefüllt. Hunderte Jugendliche und Erwachsene kamen.

Tänzerisch, künstlerisch, schauspielerisch, kreativ – auf viele verschiedene Arten haben die jungen Mitwirkenden der dritten Delmenhorster Nacht der Jugend das Motto „I have a dream“ umgesetzt. Fast 40 Gruppen, mehr als in den Vorjahren, haben Rathaus und Markthalle am Freitagabend mit Infoständen und Bastelaktionen, Theater und Tanzshows gefüllt. Und hunderte Jugendliche, aber auch Erwachsene kamen und machten mit. „Toll, dass es hier so viele junge Menschen gibt, die sich Gedanken machen“, lobte Oberbürgermeister Axel Jahnz, als er „sein“ Rathaus dem bunten Treiben überließ.

Berliner Mauer im Rathausflur umgesetzt

„Gut, dass es so etwas gibt“, findet der 16-jährige Dendar Fadhil Fattah. An den vielen Ständen erfahre man mehr über Dinge, für die man sonst keinen Kopf habe. Er selbst hat mit einem Team aus dem Jugendhaus Wittekindstraße eine Mauer im Rathausflur aufgebaut, die in Bildern und Texten dunkle und helle Seiten von Mauern und Grenzen aufzeigt. „Vorher haben wir die Reste der Berliner Mauer bei einer politischen Reise selbst angeschaut“, erklärt Dendar.

Organisatoren begeistert über tolle Ideen

Die tollen Ideen und liebevoll gestalteten Stände, die bei der Planung gar nicht so leicht in den engen Fluren und Räumen des denkmalgeschützten Rathauses unterzubringen waren, begeisterten auch das Organisatoren-Trio Marlies Lüdeke, Johannes Mitternacht und Jürgen Schulenberg. Für das Breite Bündnis gegen Rechts als Ausrichter und den Fachdienst Jugend der Stadt als Träger übernahmen sie die Organisation und freuten sich besonders, dass mit dem Mini-Fußballplatz des SV Atlas, junger Kunst und Graffitis der Übergang zwischen Markthalle und Rathaus fließender gestaltet werden konnte.

Impro-Theater und Zeitzeugen-Gespräche

Jeweils mehrere Dutzend Zuschauer zogen die vielseitigen Bandauftritte, Tanz- und Jonglageshows an, deren Musik von Jazz bis Hip-Hop und deren Accessoires von Glitzerhüten bis zu leuchtenden Poi-Kugeln reichten. Voll war es auch direkt nach der Eröffnung im Ratssaal, als Zeitzeuge Hans Günter Stasch (89) Max-Planck-Gymnasiasten lebhaft Fragen über seine Schulzeit während des Nationalsozialismus beantwortete. Aufsehen erregten zudem die spontanen Theaterauftritte, die Jugendliche der Hauptschule West mit dem „Neuen Schauspiel Lüneburg“ erarbeitet hatten, in zwei von der Landessparkasse zu Oldenburg mit 1600 Euro unterstützten Workshops.