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Delmenhorster Schule hat neuen Titel Max-Planck-Gymnasium: Mit Dibaba und Courage gegen Rassismus

Von Johannes Giewald, Johannes Giewald | 16.05.2017, 16:09 Uhr

„Das ist eine absolute Erfolgsmeldung“, hat Entertainer Yared Dibaba den Schülern des Max-Planck-Gymnasiums in Delmenhorst am Dienstag zugerufen. Die Schule nennt sich ab sofort „Schule ohne Rassismus“.

Über 80 Prozent der Schüler und das Lehrerkollegium haben einen Codex unterschrieben, „mutig gegen Ausgrenzung und für Toleranz einzutreten.“ Entertainer und Moderator Yared Dibaba steht als Pate für den neuen Titel der Schule ein. „Rassismus gibt es überall. Rassismus steckt vielleicht in uns allen drin“, sagte Dibaba, „aber wichtig ist, dass wir etwas dagegen tun.“

Der prominente Pate besuchte selbst das Maxe und legte hier 1990 sein Abitur ab, mit der Patenschaft möchte er dem Maxe etwas zurückgeben. Als Kind wurde er mit seiner Familie aus Äthiopien vertrieben. Als einziger Schwarzer an der Delmenhorster Schule sei er mit Rassismus in Berührung gekommen. „Viele haben Angst, auf andere zuzugehen, das ist ein Muskel, den man trainieren kann. Versucht, Vorurteile abzubauen“, sagte der Entertainer. (Weiterlesen: Maxe-Schüler sammeln Unterschriften gegen Rassismus) 

Schüler haben Initiative selbst ergriffen

Als 268. Schule in Niedersachsen hat Peter Kaufmann, Landeskoordinator „Schulen ohne Rassismus – Schulen mit Courage“, dem Max-Planck-Gymnasium den Titel verliehen und ein Schild überreicht, dass an der Schule angebracht werden soll. „Das Projekt ist das größte Projekt gegen Rassismus in Deutschland“, erklärt Kaufmann, fast 2400 Schulen setzen sich deutschlandweit offiziell gegen Rassismus ein.

Die Schülervertreter haben aus eigenen Stücken die Grundlagen gelegt, um dieses Etikett zu erhalten. Sie gingen durch die Klassen und warben dafür, sich der Selbstverpflichtung anzuschließen, damit der Kampf gegen Rassismus ein zentrales Bildungsziel der Schule wird. (Weiterlesen: Delmenhorster Parteien schließen einen Pakt gegen Rassismus und Ausgrenzung) 

„Wir leben Toleranz in extra large“

Mit einem Festakt begingen die Schüler des Maxe den Tag eins als „Schule ohne Rassismus“. Die Klasse 6a hatte einen eigenen Song geschrieben und sang: „Wir leben Toleranz in extra large, wird sind ne Schule mit Courage.“ Mit einem kleinen Szenenspiel verdeutlichte der 11. Jahrgang rassistische Probleme im Alltag. Auf einer Leinwand wurde ein Clip gezeigt, in dem Schüler und Lehrer mehrsprachig „Nein zum Rassismus“ sagen, nach dem Beispiel eines Kampagnevideos des Fußballverbands UEFA.

Oberbürgermeister Axel Jahnz nannte den Einsatz der Schüler ein wertvolles Beispiel für ein gutes Miteinander nicht nur in Delmenhorst. „Sie zeigen nach außen, wofür Sie stehen. Behalten Sie das bei.“