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Delmenhorster Stadtentscheid Lesewettbewerb soll Angst vor lautem Vorlesen nehmen

Von Kea Neeland | 21.02.2019, 16:13 Uhr

Der Vorlesewettbewerb der sechsten Klassen jährt sich dieses Jahr zum 60. Mal. Auch dieses Jahr lesen die Schüler aus einem selbst gewählten und einem fremden Buch vor.

In der fünften und sechsten Klasse gibt es oftmals einen Leseknick, erklärt Ulrike Schönherr, Leiterin der Kinder- und Jugendbuchabteilung der Stadtbücherei. Dann verlieren viele Kinder die Lust am Lesen.

Deshalb gibt es seit 1959 den bundesweiten Vorlesewettbewerb. Beim Delmenhorster Stadtentscheid sind die Lesesieger ihrer jeweiligen Schulen gegeneinander angetreten. Mit dabei waren die Wilhelm-von-der-Heyde Oberschule, die Oberschule Süd, die Realschule Delmenhorst (Standort Lilienstr.), das Max-Planck-Gymnasium, sowie das Gymnasium an der Willmsstraße.

Ausgeglichene erste Runde

In der ersten Runde haben die Jugendlichen aus einem selbst gewählten Buch vorgelesen. Hier waren alle auf einem sehr guten Niveau. „Nach der ersten Runde hätte man keinen klaren Sieger erkennen können“, sagt Juryvorstand Maren Michels. In der zweiten Runde wurde dann ein unbekannter Text vorgelesen. Dann zog sich die Jury zur Beratung zurück. Jedes Jahr wird die Jury neu zusammen gesetzt. Dieses Jahr waren neben Juryvorstand Maren Michels von der Stadtbücherei auch Carsten Jöhnk vom Fabrikmuseum, der ehemalige Buchhändler Heinz Dauelsberg, Ruth Steffens vom kommunalen Präventionsrat und Vorjahressiegerin Mirja Kleis mit dabei.

Der Sieger wird zum Bezirksentscheid geschickt und der daraus erwählte Gewinner repräsentiert Niedersachsen beim Bundesentscheid in Berlin. Der Wettbewerb wird vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels ausgetragen. Der Schirmherr der Veranstaltung ist der Bundespräsident.

Leseförderung als übergeordnetes Ziel

Schönherr betont. dass das übergeordnete Ziel des Wettbewerbs ganz klar die Leseförderung ist. Gerade vor dem lauten Vorlesen haben viele Kinder Angst.

Am Ende setzte sich die 12-jährige Michelle Trebbin vom Gymnasium an der Willmsstraße durch.

Sie hat ihr Buch ausgesucht, weil sie es besonders spannend fand, obwohl sie es noch gar nicht zu Ende gelesen hat. Sie vermutet, dass es beim Bezirksentscheid noch bessere Leser geben wird und sie noch aufgeregter sein wird als dieses Mal.