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Delmenhorster Veranstaltungsreihe Ausstellung zeigt die Gesichter der Kinderarmut

Von Jasmin Johannsen | 02.05.2017, 19:00 Uhr

Kinderarmut hat viele Gesichter: Die Wanderausstellung „Kinderwelten“, vom 2. Mai bis 30. Juni im Jute-Center Delmenhorst zu sehen, erfasst die Realität von betroffenen Kindern und zeigt ihre Sichtweise.

„Nicht nur in Delmenhorst, sondern in ganz Deutschland leben viele Kinder in Armut“, sagt Petra Quade von der städtischen Koordinierungsstelle Kinderschutz. Mit der Wanderausstellung „Kinderwelten“ will das „Aktionsbündnis im Austausch“ (Akima) nun das Augenmerk auf die jüngsten Leittragenden der sozialen Ungerechtigkeit richten. Im Rahmen der dreimonatigen Veranstaltungsreihe „Mein Stück vom Kuchen – Sind wir arm? Sind wir reich?“ gibt eine Ausstellung in den Schaufenstern des Jute-Centers seit Dienstag, 2. Mai, und noch bis Freitag, 30. Juni, Einblicke in die Welt von Kindern und Jugendlichen, die von Armut betroffen sind.

Projekt wurde schon vor der UN präsentiert

Gezeigt werden 22 Werke von sechs Mädchen im Alter zwischen zehn und 13 Jahren aus der Kinder- und Jugendeinrichtung „Arche“ in Berlin-Hellersdorf. „Das Fotoprojekt wurde schon vor der UN präsentiert und ist jetzt im Jute-Center zu sehen“, freut sich die städtische Gleichstellungsbeauftragte Petra Borrmann. Die jungen Fotografinnen seien alle von der Armut stark betroffen, in den Fotos haben sie ihre Lebenswirklichkeiten festgehalten. Es ist zu sehen, was den Kindern wichtig ist, der Familienhund, die Freunde oder die Geschwister, aber auch wie eingeschränkt ihr Leben ist und woran es mangelt. „Da müssen die Bananen in kleine Stücke geschnitten werden, denn sonst wäre nicht genug Essen für alle bedürftigen Kinder vorhanden“, erklärt Quade ein Foto.

Auch Lichtblicke in der Armut werden gezeigt

Trotzdem sei die Ausstellung nicht als Anklage zu verstehen, denn immer wieder halten die Mädchen auch die positiven Seiten ihres Lebens fest. „Nicht nur die materiellen Dinge zeigen, ob wir in Armut oder Reichtum leben“, ist Quade überzeugt. Starke Freundschaften oder ein fester Familienzusammenhalt würden das Leben bereichern. Trotz diesem Lichtblick plädiert Quade: „Wir wollen auf die Situation der Kinder aufmerksam machen, damit ihre Lebensumstände verbessert werden!“