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Delmenhorster vermissen „Retro“ Fröhlicher Party-Start in das Jahr 2018

Von Kai Hasse | 01.01.2018, 17:04 Uhr

Ein vielfältiges und fröhliches Silvesterfest hat Delmenhorst gefeiert. In Gaststätten, Disco und auf der Straße wurde das neue Jahr 2018 begrüßt.

Delmenhorst hat das neue Jahr mit einem schönen, meist geruhsamen Fest begrüßt. An mehreren zentralen Orten und in Gaststätten gab es viel Leben und Frohsinn. Ein Wermutstropfen: Vielen Feiernden fehlt die im November geschlossene Disco „Retro“.

Chillig im Slattery‘s

Bereits in den Stunden vor Mitternacht wurde in Delmenhorst vielerorts geknallt. Immer wieder stiegen auch Silvesterraketen in die Luft. Verhältnismäßig ruhig und entspannt war es derweil im „Slattery‘s“. Folk-Gitarrist Andreas Fiegert spielte Evergreens wie „Auld lang Syne“ oder „Whiskey in the Jar“. Die Bar war voll. Besucher lobten, dass es hier angenehm sei und nicht zu laut. „Hier kann man noch hingehen“, hört man aus einer Gruppe etwa 50-Jähriger, „aber es ist eher was für ältere.“ Dennoch fand sich hier auch eine Gruppe etwa 20-Jähriger. „Chillig und gemütlich“ sei es. Und es gäbe nicht viel Alternativen, „seit das Retro nicht mehr da ist.“ Zur Mitternacht bestaunen die Besucher auf der Straße das Feuerwerk. 300 Meter weiter vor dem Jute-Center geht ein Feuerwerk hoch, nachdem zuvor ein DJ im Lokal für Stimmung gesorgt hatte. Der Platz wird schnell voll, der Mitternachts-ICE Richtung Oldenburg hält unweit des Platzes am Bahnhof, darin wenige Reisende, die ihre Nasen an die Fenster drücken.

Mit dem Kinderwagen durch die Straßen

In der Stadt wird geknallt, manche Jugendliche schießen ihre Leuchtkugeln gefährlich durch die Straßen. Familien mit Kinderwagen schlendern durch die Stadt. Es beginnt zu regnen – die Straßen leeren sich gegen 0.30 Uhr merklich.

In der Mevlana-Moschee in Düsternort gibt es auch Programm. Die Muslime haben ihren Jahreswechsel nach Mondkalender bereits im September gefeiert, aber die Gemeindeleitung wollte „ein Angebot herstellen, um die Jugendlichen von der Straße zu holen“, wie Zafer Ciftci, Vorsitzender der Gemeinde, erklärt. Es gibt Spiele, Musik an der Langhalslaute, Tee, Salat, und enorm scharfe und leckere Fleischbällchen.

In der Gastronomie Schierenbeck läuft am Abend Tanzmusik, etwa 350 Menschen füllen den Saal und fühlen sich wohl. Im El Mariachi war es ebenfalls recht gut besucht. Dort schwangen die Gäste ebenfalls hin und wieder das Tanzbein, es wurde dort aber auch einfach nur gesessen und man hat sich unterhalten. Auf dem Gut Hasport sang Steff Heinken beim „Glamour-Dinner“ vor etwa 50 Gästen. Die Stimmung war entspannt, die Sängerin scheute nicht den Kontakt mit den Gästen.

Tanzen in die Nacht

Die ausdauerndsten, zumeist jungen Nachtschwärmer treffen sich in der Nacht vor allem in der „Tanzbar“ am Marktplatz. Dort treffen sich Liebespaare, und vor der Tür erneuern junge Frauen ihre Freundschaft, die sie einst als Kindergartenkinder hatten. Der DJ freut sich über mächtig Wumms der neuen Anlage, und die Tanzfläche ist voll. Gegen 1.30 Uhr kommen immer weitere Gruppen junger Menschen. Ein Tenor auch hier: Schade, dass das „Retro“ geschlossen hat. Inmitten des Jungvolks findet sich aber auch hier ein älteres Paar, Mitte 60. „Sonst feiern wir immer in Kühlungsborn oder auf der Insel Fehmarn“, sagt der Mann, „wir feiern und tanzen gern.“ In Delmenhorst sei das Paar zum ersten Mal, und es gefällt ihnen. Irgendwann läuft – natürlich – der auf Youtube Vier-Millarden-Klicks-Hit „Despacito“. Die beiden auf der Fläche, im fröhlichen, jugendlichen Freitanz.