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Delmenhorster verurteilt Elf Monate Haft für Schlag mit der Schnapsflasche

Von Ole Rosenbohm | 20.02.2019, 21:37 Uhr

Auch der letzte Zeuge im Prozess gegen einen 24 Jahre alten Delmenhorster war sich sicher: Der Angeklagte war es, bestätigte der Mann am Mittwoch, 20. Februar, im Amtsgericht Damit war der Prozess vor dem Schöffengericht entschieden. Das Gericht sprach den 24-Jährigen der gefährlichen Körperverletzung für schuldig und verurteilte ihn zu elf Monaten Haft ohne Bewährung.

Zugeschlagen haben soll der 24-Jährige am 26. August 2017 in einer Blocksiedlung in Delmenhorst. Nach Überzeugung des Gerichts hatte sich der Mann von einer Art Party auf dem Parkplatz gestört gefühlt. Nach Aussagen der Beteiligten hatten sich unten vier bis fünf Leute versammelt, Alkohol getrunken und Musik aus einem Autoradio gehört. Einer der Feiernden gab vor Gericht zu: „Es war wohl laut.“

Man kannte sich aus dem Treppenhaus

Der Angeklagte soll zunächst von oben auf die Gruppe eingeschrien haben, gefälligst leiser zu sein. Dann sei er runter gekommen. Einer der Feiernden ging auf ihn zu, wollte ihn beruhigen. Man kannte sich aus dem Treppenhaus, sagte dieser aus. Doch beruhigen ließ sich der Angeklagte nach Überzeugung des Gerichts nicht. Er schlug ohne Vorwarnung zu und traf einen der Männer an der Schläfe – sofort floss Blut aus der Platzwunde.

Schon wegen Körperverletzung in Haft

Der Angeklagte sagte während des Prozesses nichts aus zum Fall, auch nicht, als die Richterin ihm bedeutete, dass sich ein Geständnis „erheblich“ strafmildernd auswirken könnte. Zuzutrauen durfte ihm das Gericht die Tat: Der 24-Jährige sitzt bereits in Haft; ebenfalls für eine gefährliche Körperverletzung, für die er zu acht Monaten ohne Bewährung verurteilt wurde.

Berufung angekündigt

Dieser Fall aber ist wohl noch nicht zu Ende. Der Delmenhorster Verteidiger Jens Kniepkamp kündigte an, Berufung einlegen zu wollen, also vor dem Landgericht Oldenburg erneut verhandeln zu lassen. Kniepkamp bemängelte, dass die auf den Scherben der Flasche gefundene DNA des Angeklagten nicht unbedingt Rückschlüsse auf das Tatwerkzeug geben würde – zumal in den Akten einmal von einer Wodka und ein anderes Mal von einer Whiskyflasche als Schlagwerkzeug die Rede war. Dazu kommt, dass der Angeklagte von den Zeugen der nach dem Vorfall ermittelnden Polizei gegenüber nicht als Täter genannt wurde, obwohl ihn zumindest einige Feiernde kannten. Ob aus Angst vor dem Angeklagten oder weil die Zeugen ihn falsch beschuldigen, wird vielleicht auch die zweite Instanz beschäftigen.