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Delmenhorster Verwaltung handelt Stadt will Wollepark-Blöcke für unbewohnbar erklären

Von Sonia Voigt | 11.09.2017, 18:03 Uhr

Wegen schwerer Mängel entsprechen die Wohnblöcke Am Wollepark 11 und 12 nicht mehr dem Baurecht und sollen für unbewohnbar erklärt werden. Das hat die Stadtverwaltung am Montag Bewohnern und Eigentümern mitgeteilt.

Die Stadtverwaltung bringt neue Bewegung in die Situation in den beiden Wollepark-Wohnblöcken, die seit Monaten ohne Gas- und Wasserversorgung sind: Die Wohnungen Am Wollepark 11 und 12 sollen für unbewohnbar erklärt werden, heißt es in einer am heutigen Montag verbreiteten Pressemitteilung. Vorab hat die Verwaltung laut Stadtsprecher Timo Frers Bewohnern und Eigentümern mitgeteilt, dass dort „ein sicheres Wohnen in Erwartung der kälteren Jahreszeit nicht mehr möglich“ sei. Als Gründe führt die Stadt die fehlende Wasser- und Gasversorgung und in Teilen gesperrte Stromversorgung sowie viele weitere bauliche Mängel an. So ist, unter anderem wegen hoher Brandgefahr, seit Anfang Juli ein Sicherheitsdienst vor Ort.

Keine angemessenen Wohn- und Lebensverhältnisse

„Die verantwortlichen Wohnungseigentümer sind offensichtlich nicht in der Lage, für angemessene Wohn- und Lebensverhältnisse in den Gebäuden zu sorgen“, schreibt Frers. Dabei habe der Schutz der Bewohner Priorität. Um die verbliebenen Bewohner mit der Situation nicht allein zu lassen, bieten Stadt, Diakonie, Quartiersmanagement und Nachbarschaftsbüro Hilfe und Unterstützung an. Aktuell sind in den beiden Blöcken noch 164 Menschen offiziell gemeldet, erklärt Frers auf dk-Nachfrage. Von 350 Menschen war noch im Juni die Rede.

Diakonie bietet vor Ort Hilfe an

Wie viele Menschen tatsächlich noch dort leben, sei aber schwer festzustellen, sagt Diakonie-Geschäftsführer Franz-Josef Franke. „Manche sind gar nicht mehr da, andere sind nur vorübergehend woanders untergekommen“, beschreibt Franke die Lage. Einige Familien sind laut Stadtverwaltung inzwischen in die Notunterkunft in der früheren Fröbelschule gezogen. Es sei gut, dass die Stadt in den Blöcken aktiv wird, findet Franke, aber auch wichtig, „sich jetzt um alle, die dort noch leben, anständig zu kümmern“. Um möglichst viele von ihnen zu erreichen, habe die Diakonie am Montag noch einmal in den Häusern das Gespräch mit Bewohnern gesucht und Zettel mit Kontakten zu Hilfsangeboten verteilt. Bis zum 22. September hätten die Bewohner und Wohnungseigentümer jetzt Gelegenheit, sich gegenüber der Stadtverwaltung zu der Situation zu äußern.