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Delmenhorster vor Gericht Wütender Schlag mit der Schnapsflasche

Von Ole Rosenbohm | 15.02.2019, 18:19 Uhr

Zeugen haben den Angeklagten erkannt, die Polizei seine DNA auf der Schnapsflasche, dem Tatwerkzeug, ermittelt – doch der 24-Jährige blieb stumm. Ein Delmenhorster muss sich nach einer Körperverletzung vor Gericht verantworten.

Der Vorfall hatte sich am 26. August 2017 in einer Blocksiedlung in Delmenhorst abgespielt. Offenbar, so die Aussagen der Beteiligten, hatten sich auf dem Parkplatz vier bis fünf Leute versammelt und es sich gut gehen lassen. Man scherzte, lachte, eine Flasche kreiste, aus einem Autoradio lief Musik. Ein Zeuge gab zu: „Es war wohl laut.“

Der Schlag kam blitzschnell

Zu laut für den Angeklagten, der die Gruppe zuerst aus seinem Fenster heraus anschrie, gefälligst mal leiser zu sein, und dann herunterkam. Laut dem Zeugen muss er ziemlich aufgebracht gewesen sein, möglicherweise auch angetrunken. Wenigstens hielt er in seiner Hand eine Schnapsflasche – ob voll, halbvoll oder leer ist nicht geklärt – und schlug damit zu. „Blitzschnell“ soll es passiert sein, dann blutete das Opfer schon am Kopf. Es hatte sich eine Platzwunde zugezogen.

Angeklagter ist kein unbeschriebenes Blatt

Der Angeklagte sitzt bereits in Strafhaft wegen einer ziemlich ähnlichen Tat; acht Monate ohne Bewährung hatte ihm das Amtsgericht für eine weitere gefährliche Körperverletzung aufgedrückt. Der Angeklagte ist also kein unbeschriebenes Blatt. Und offenbar haben einige im Haus auch gehörig Respekt vor ihm.

Zeuge „will mit der Sache nichts zu tun haben“

Denn als die Polizei die Tat aufnahm, wusste zunächst angeblich keiner der Beteiligten, wer da geschlagen hatte. Erst die DNA-Spuren am Flaschenhals brachten die Ermittler auf den 24-Jährigen. „Ich will keinen Ärger, am liebsten mit der Sache nichts mehr zu tun haben“, sagte der Zeuge am Ende seiner Aussage vor dem Schöffengericht.

Kommenden Mittwoch wird die Verhandlung fortgesetzt und wohl auch beendet. Gehört wird dann noch ein weiterer Zeuge, zudem sollen die DNA-Spuren an der Flasche, dem angeblichen Tatwerkzeug, thematisiert werden.