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Delmenhorster Wirtschaft aktiv: Handwerk fordert mehr Sprachkurse für Flüchtlinge

Von Alexander Schnackenburg | 13.10.2015, 18:50 Uhr

Oldenburger Kammer-Präsident Manfred Kurmann zu Gast in Delmenhorst: Flüchtlinge sollen zügig in den Arbeitsmarkt integriert werden. Die Wirtschaft will Praktika und Lehrstellen anbieten.

Die Kreishandwerkerschaft Delmenhorst und die Handwerkskammer Oldenburg wollen sich gemeinsam für eine zügige Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt stark machen. Das ist ein Ergebnis des Besuchs von Handwerkskammer-Präsident Manfred Kurmann und Kammer-Hauptgeschäftsführer Heiko Henke am Dienstag, 13. Oktober 2015, in der Kreishandwerkerschaft Delmenhorst.

Eignungstests für Flüchtlinge

Wie Kurmann sich ausdrückte, wollten die Handwerksbetriebe zugleich helfen und von den Flüchtlingen profitieren, Praktika und Lehrstellen anbieten. Allerdings, so Henke, agiere das Handwerk „aus der zweiten Reihe“. Denn zuvörderst müssten die Länder, Landkreise und die Kommunen das Angebot an Sprachkursen für Flüchtlinge verbessern. „Die Sprache ist das A und O“, befand auch Hartmut Günnemann, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Delmenhorst/Landkreis Oldenburg. Auch, so Henke, streben Handwerkskammer und Kreishandwerkerschaft zügige „Eignungstests“ für Flüchtlinge an, um festzustellen, wer für einen handwerklichen Beruf geeignet ist und Interesse an einem solchen zeigt.

Zwei Integrationshelfer

Aktuell, so Henke, plane die Handwerkskammer zwei neue Arbeitskräfte einzustellen, die sich speziell um die Integration von Flüchtlingen kümmern sollen. Zugleich stricke das Handwerk auf Landesebene an einem Förderprogramm mit, durch welches die Landesregierung die Kammern bei der Integration von Neubürgern in den Arbeitsmarkt finanziell unterstützen wolle.

Kammerchef besichtigt Bäckerei

Ursprünglich waren Kurmann und Henke nach Delmenhorst gekommen, weil sich Kurmann als noch recht neuer Präsident der Handwerkskammer mit der ebenfalls noch recht neuen Kreishandwerksmeisterin Britta Jochims treffen und austauschen wollte. Außerdem wolle er sich nach und nach ein Bild von möglichst vielen Betrieben „seiner“ Handwerkskammer machen, sagte Kurmann.

So zeigten Volker Kubainsky und Antje Krützkamp-Kubainsky dem Kammer-Präsidenten gestern ihre Bäckerei: von den Öfen und der Konditorei, über die Büro- und Sozialräume, bis hin zu den Bereitstellungsräumen und den Versandboxen. Die Bäckerei beliefere derzeit elf Verkaufsstationen in einem Radius von 20 Kilometern, so Krützkamp-Kubainsky. Kurmann zeigte sich insbesondere von den logistischen Abläufen in dem Betrieb beeindruckt.