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Delmenhorsterin feiert 40. Bühnenjubiläum NTD zeigt plattdeutsche Sitcom rund ums Bauernsofa

Von Sonia Voigt | 05.03.2017, 07:57 Uhr

Bewährte und frische Darsteller stellt das Niederdeutsche Theater Delmenhorst in seinem Stück „Bett un Fröhstück“ auf die Bühne. Es feiert am 18. März Premiere im Kleinen Haus.

Ein 40-jähriges Bühnenjubiläum und frische Nachwuchstalente, ein neuer Regisseur und ein betagtes Stück: In „Bett un Fröhstück“, der dritten Inszenierung des Niederdeutschen Theaters Delmenhorst (NTD) in dieser Spielzeit, treffen Gegensätze aufeinander. „Es ist eine Gratwanderung, Traditionen zu erfüllen und gleichzeitig Verbindungen zu modernen Sehgewohnheiten zu schaffen“, sagt Regisseur René Schack, der erstmals ein Stück für die Delmenhorster Amateurbühne inszeniert. Ob der Spagat gelingt, darf das Premierenpublikum am Samstag, 18. März, um 20 Uhr im Kleinen Haus beurteilen.

NTD stolz auf Nachwuchstalente

Die Zuschauer der insgesamt elf Vorstellungen im Kleinen Haus erleben zudem den ersten NTD-Auftritt der 18-jährigen Pia Korona und den zweiten der zwei Jahre älteren Jana Oetjen –beide Nachwuchstalente waren zuvor bei der Nachwuchsgruppe „Jungs un Deerns“ aktiv. „Wir sind sehr stolz, wie sie bei uns reinwachsen“, lobt der stellvertretende NTD-Vorsitzende Dirk Wieting, „das ist unsere Zukunft“. Sie beide spielen in „Bett un Fröhstück“ die Töchter des ehemaligen Bauers Hinnerk Untiet (Heiko Petershagen), der nach dem Verkauf seiner Ländereien reich genug ist, um nicht viel mehr zu tun, als spaßeshalber Ferienwohnungen zu vermieten. Dort quartieren sich „Jungkeerls“ ein, die das Interesse seiner Töchter wecken und Hinnerk als „Tugendwächter“ fordern.

Jubilarin Dagmar Albers erbt „niederdeutsches Bühnenblut“ von Eltern

Dazu ist der Schwerenöter allerdings denkbar schlecht geeignet, denn er bandelt zugleich mit zwei weiblichen Pensionsgästen an. Eine von ihnen, die Dame aus der Stadt Kitty Levermann, verkörpert die erfahrene NTD-Mitstreiterin Dagmar Albers zu ihrem 40. Bühnenjubiläum. 1970 stand die heute 56-Jährige zum ersten Mal als kleines Rotkäppchen neben ihrer Oma Martha Albers auf der Bühne, als offizielles Vereinsmitglied war sie erstmals 1977 in „Besöök ut de Stadt“ dabei. Die dk-Kritiker bescheinigten ihr bei dieser und folgenden ihrer 31 Rollen „vorzügliche Leistungen“, das „niederdeutsche Bühnenblut“ ihrer Eltern habe sie geerbt. Die Delmenhorsterin, die ihr Schauspiel-Hobby mit einem fordernden Beruf im Einzelhandel vereinbaren muss, war bei sechs NTD-Inszenierungen eine beliebte Souffleuse, bevor sie als Maria Merelli in „Otello darf nicht platzen“ zuletzt wieder auf der Bühne überzeugte.

Regisseur lobt Professionalität der Amateurbühne

Ihr Wunsch war es auch, den Wahl-Oldenburger René Schack als Regisseur zu gewinnen, als erstes Theater im Niederdeutschen Bühnenbund. „Ich habe nicht so viel Professionalität erwartet“, schildert der Regie- und Schauspiel-Profi seinen guten Eindruck von der Delmenhorster Amateurbühne nach rund 30 Proben. An Konrad Hansens Schwank „Bett un Fröhstück“ schätzt der gebürtige Hamburger, dass es keine Übersetzung, sondern ein plattdeutsches Original ist, das eher romantische Komödie mit Tiefgang als Schenkelklopfer sei und den Generationenkonflikt humorvoll aufspieße. Die NTD-Inszenierung umschreibt er als „plattdeutsche Sitcom rund ums Bauernsofa“. Für das Sofa und das weitere Bühnenbild zeichnet übrigens Timo Brünjes verantwortlich.