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Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch „Grundausstattung der Polizeiinspektion passt“

Von Thomas Breuer | 13.11.2017, 20:29 Uhr

Delmenhorst/Landkreis Oldenburg. Polizei-Chef Jörn Stilke bescheinigt seinen Leuten eine hohe Einsatzbereitschaft. Insgesamt steht die Inspektion vor einer Pensionierungswelle.

In der anhaltenden öffentlichen Diskussion um eine bessere Personalausstattung der Polizei findet der hiesige Inspektionschef, Leitender Kriminaldirektor Jörn Stilke, klare Worte. Er sagt: „Die Grundausstattung passt. Für mich ist der Ruf nach mehr Personal nur die zweit- oder drittbeste Lösung.“

Mehr als 500 Vollzugskräfte in der Inspektion

Bei mehr als 500 Vollzugskräften im Bereich der Inspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch leistet sich die Polizei in Delmenhorst, Wildeshausen, Brake und Nordenham sowie bei der Autobahnpolizei Ahlhorn an sieben Tagen pro Woche eine Besetzung rund um die Uhr. Eine gesonderte Rufbereitschaft an Wochenenden gibt es nicht, worauf Stilke etwas stolz ist. Das Engagement der Mitarbeiter sei derart hoch, dass sich bei besonderen Lagen immer ausreichend zusätzliche Kräfte einsatzbereit meldeten.

Zuletzt eine Vielzahl besonderer Lagen

Von diesen besonderen Lagen hat die Polizei zuletzt eine Vielzahl erlebt: mehrere Feuer, den Freitod eines Häftlings nach Missbrauch einer Justizbediensteten, den Missbrauch eines jungen Mädchens in Brake, den Tod einer Obdachlosen am früheren Bahngelände am Winterweg und anderes mehr – alles in kurzer Abfolge. Dass angesichts dieser Ereignisfülle Verkehrskontrollen einmal zu kurz kommen, hält Stilke für normal.

„Die 110 hat immer Vorrang“, sagt der Polizeichef. Weiter hält er fest: „Wir sind in unserer Arbeit komplett fremdbestimmt.“ Dabei habe die Ermittlungstiefe von Jahr zu Jahr zugenommen, allein durch die Digitalisierung, die oft Computer- und Smartphone-Auswertungen mit sich bringe.

Am Monatsanfang gibt es immer mehr zu tun

Bei der Personalplanung würden alle bekannten Phänomene berücksichtigt. So etwa die Erfahrung, dass zum Anfang eines Monats, wenn das meiste Geld auf dem Konto ist, die Polizei in besonderem Maße gefordert wird, auch durch viele Trunkenheitsdelikte.

Eine Herausforderung sieht Stilke darin, dass in den nächsten fünf bis sechs Jahren eine Pensionierungswelle ansteht. Dass seit 2016 in Niedersachsen wieder zweimal pro Jahr, zum 1. April und zum 1. Oktober, Nachwuchs von der Polizeiakademie eingestellt wird, begrüßt er sehr.