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DelONet soll Gesundheit fördern Jugendliche offenbaren Wünsche für Delmenhorst

Von Katja Butschbach, Katja Butschbach | 28.02.2016, 13:49 Uhr

Party und Nachdenken über eine bessere Stadt für Jugendliche haben einen Aktionsabend von DelONet im Turbinenhaus geprägt. Ziel ist, dass Jugendliche in Delmenhorst gesund aufwachsen können.

Stress ist langweilig, Pizza ist ähnlich entspannt wie der Freundeskreis: Mit 120 Jugendlichen zwischen 13 und 15 Jahren hat das DelONet-Team Interviews geführt, um mehr über ihre Werte zu erfahren – und, so Projektleiterin Anna Stumpe vom Delmenhorster Institut für Gesundheitsförderung, über „das, was ihnen wichtig ist“.

Bei Party Ideen gesammelt

Bei einem Abend mit 100 bis 120 Besuchern hat DelONet am Freitag die Ergebnisse der Interviews dargestellt, sein Projekt vorgestellt und Jugendliche und Erwachsene zu einer Party eingeladen. Es gab nach Redebeiträgen Diskussionen mit den Besuchern, es wurde getanzt, auf Sofas entspannt und weitergedacht. Hinter dem Projekt steht neben dem DIG auch der Verein Gesundheit im Kindesalter (GiK). „Demokratie leben“ beteiligte sich an der Gestaltung des Abends in der Turbinenhalle, und Stars 4 Kids sorgte für gesundes Obst.

Viele Freizeitangebote vorhanden

Bürgermeisterin Antje Beilemann verwies in einer kurzen Begrüßung auf die zahlreichen Freizeitangebote in Delmenhorst und nannte unter anderem 36 Sportplätze, 97 Vereine, die Musikschule, Stadtbücherei und etliches mehr. „Da geht was“, sagte sie. Ali Pektürk vom Kinder- und Jugendparlament lobte das Projekt. Es zeige, „dass wir der Stadt Delmenhorst nicht egal sind“. Das Jugendparlament hatte ein Poster für das Projekt gestaltet. An den Interviews beteiligen durfte sich aus Gründen der für die Befragung gewählten Altersspanne von 13 bis 15 Jahren nur ein Mitglied des Jugendparlaments.

Wünsche sollen umgesetzt werden

Ricarda berichtete, dass die Antworten teilweise schwierig waren – und dass sie erwarte, dass ihre Wünsche auch umgesetzt werden. So sei ein Wunsch, dass die Innenstadt belebter und interessanter werde. „Kaum jemand fährt zum Shoppen nach Delmenhorst.“

Bundesweit einzigartig

Das Projekt mit einer Methodik, die eben nicht die sozial erwünschten Antworten produziere, sondern ehrliche Meinungsbilder der Jugendlichen zeige, ist laut Projektleiter Dr. Johann Böhmann von der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und dem Delmenhorster Institut für Gesundheitsförderung (DIG) bundesweit einzigartig. Es sei auch vor dem Hintergrund wichtig, dass Jugendliche aus unattraktiven Dörfern und Städten abwanderten. „Dann wird die Stadt keine Zukunft haben.“

„Delmenhorst ist ein kleines Labor“

Er wünsche sich Unterstützung vom Bund. Das Stimmungsbild sei relevant für die Planung: Die Ergebnisse zu Werten und Haltung könnten auch für andere Städte Anregungen liefern. „Delmenhorst ist ein kleines Labor“, so Böhmann.

„Ziel ist, dass Jugendliche in Delmenhorst gesund aufwachsen können – gesünder als bisher“, sagte Stumpe. „Solange machen wir weiter.“ Insgesamt, so stellten Böhmann und Stumpe dar, wolle man aber nicht die ungesunden Lebensmittel verbannen. Vielmehr, erklärte Stumpe, sollten sich Kinder und Jugendliche dort treffen, wo es diese Angebote gar nicht gebe, etwa auf dem Sportplatz. Botschaft sei, so Stumpe in ihrem Vortrag: „Macht die gesündere Entscheidung zur einfacheren!“

Abend soll nachhaltig wirken

Der Abend, bei dem auch Ideen für Änderungen in Delmenhorst gesammelt wurden, soll nachhaltig wirken – dafür wurden die Besucher gefragt, ob DelONet sie kontaktieren kann. „In vier bis sechs Wochen werden wir alle fragen: Was haben Sie verändert?“, sagte Stumpe. „Die Hoffnung ist, dass jeder rausgeht und sagt: Ich ändere was.“ Auch Politik und Verwaltung könnten sich dafür einsetzen, dass sich etwas ändert, sagte Böhmann. Unterdessen gehen die Untersuchungen der Psychologin Anna Stumpe weiter: Noch sind die in den Interviews erhobenen Daten nicht komplett ausgewertet.