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Workshop für Jugendliche Der Klang der Stadt Delmenhorst in einem Song

Von Insa Heidenreich | 07.08.2019, 08:24 Uhr

Wie kann man die alltäglichen Geräusche Delmenhorsts in Musik verwandeln? In einem dreitägigen Workshop lernen Jugendliche, Songs ganz ohne Instrumente zu kreieren.

Jede Stadt hat ihren eigenen Sound, so auch Delmenhorst. Um diesem Sound einen Charakter zu geben, wurde Jugendlichen in einem dreitägigen Workshop gezeigt, wie sie die Klänge ihrer Stadt in einen Song verwandeln, und dabei ihre persönliche Note mit einfließen lassen können.

Dieser Workshop ist eingebettet in dem schon länger andauernden Projekt „Mitschnitt Delmenhorst - Tonspuren einer Stadt. Immaterielles Kulturgut sammeln, bearbeiten und ausstellen“.

Individuelle Songs

Dabei konnten die Jugendlichen ihrer Kreativität freien Lauf lassen und individuelle Lieder basteln. Das haben die Teilnehmer umgesetzt, in dem sie unter anderem ihre Lieblingslieder mitgebracht haben, um deren Rhythmen zu verwenden. Dann konnte mit Hilfe eines Programms, das ihnen im Laufe des Workshops nahe gebracht wurde, beliebig daran rumgebastelt werden.

Ob schnell oder langsam – hoch oder tief: Jeder kreierte einen Song ganz nach seinen Wünschen. Welche Geräusche Delmenhorsts die Jugendlichen aufnehmen und einbauen wollten, um die Stadt in ihren Songs widerzuspiegeln, war jedem selbst überlassen.

Zuständig für das Technische war Sounddesigner Thomas Werner. Stück für Stück versucht er, den Jugendlichen das Erschaffen von Musik nahe zubringen:

„Ich möchte, dass die Kinder etwas mitnehmen. Sie sollen Lust darauf kriegen.“ “

Und das schien gut funktioniert zu haben: Mit viel Eifer und hoher Konzentration haben alle an ihrem eigenen Song gearbeitet.

Eigene Aufnahmen

Neben mitgebrachten Tonaufnahmen von Werner (sogenannte „Samples“), wurden auch viele selbst aufgenommene Geräusche verwendet, um sie in die Songs einzubauen. So haben die Jugendlichen beispielsweise Maschinen im Stadtmuseum betätigt, auf Metall geklopft oder gegen gestapelte Weidenkörbe gedrückt, um Geräusche zu erzeugen. Aber auch draußen fanden die Jugendlichen beim genauen Hinhören viele stadt-typische Klänge, wie das Plätschern der Delme oder das Vorbeirauschen eines Zuges.

Mit viel Spaß bei der Sache

Und hat der Workshop auch allen gefallen? Da sind sich alle einig: „Ja!“ Egal ob sie das zum ersten Mal gemacht haben, wie Bennet und Henri, die gerne David Guetta hören, oder die Zwölfjährige Joelle, die früher gerne Gitarre und Blockflöte gespielt hat. Oder ob man schon erfahrener ist wie Jeremy , der schon öfter von zu Hause aus Songs erstellt hat und sogar schon eigene Werke online hochgeladen hat. „Später würde ich das sogar gerne beruflich machen“, so der 16-Jährige. „Der Workshop war auf jeden Fall eine Lernerfahrung für alle“, sagt Werner.