Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Diagnose Hodenkrebs Delmenhorst: Tierschutzverein sucht dringend Spenden für Hund Sam

Von Frederik Grabbe | 28.01.2016, 15:54 Uhr

Kiloweise Dreck und Verfilzungen plagten den Rüden Sam, ehe er zum Tierschutzverein kam. Doch nun bittet der Verein dringend um Hilfe für den Hund.

Er soll ein Hund sein, der jedem, dem er begegnet, ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Doch bei Sam ist Hodenkrebs diagnostiziert worden. Nun sucht der Tierschutzverein Delmenhorst und Umgebung nach Spenden und nach einer Pflegestelle für einen Hund, der nach Schilderung des Vereins einen wahrlich beschwerlichen Lebensweg hinter sich hat.

„Zähne im grauenhaften Zustand“

Dies jedenfalls lässt der Zustand vermuten, in dem der achtjährige Rüde im Sommer des vergangenen Jahres zu einer Freundin des Vereins kam, berichtet Sarah Stahmann vom Tierschutzverein. „Sam wurde wohl als Hofhund geboren und vermutlich an der Kette gehalten. Seine Zähne waren in einem grauenhaften Zustand. Der Tierarzt vermutete, dass Sam auf einer Eisenkette oder Gitterstäben gekaut hatte. Um seine Verfilzungen los zu werden, musste Sam zum Hundefriseur.“ Einen solch verwahrlosten Hund, erzählt Stahmann, habe man dort selten gesehen. Vier Stunden lang währte der Besuch, „mehrere Kilo alte Haare wurden aus seinem Fell gebürstet, Dreck und Staub ausgewaschen. Sams Haut konnte nach Jahren endlich wieder atmen.“ Um einige Kilo leichter, sprang Sam vergnügt wie ein junger Hund über die Wiese, berichtet Stahmann.

Kosten für den Tierarzt stiegen an

Doch in einem guten Zustand war der Rüde noch immer nicht: Zwei Hinterläufe war vom vielen Liegen entzündet. Eine Operation versprach zunächst Heilung, doch brauchte Sam immer noch eine engmaschige Kontrolle seitens des Tierarztes. Dies trieb die Kosten in die Höhe. Im Oktober zog der Rüde auf den Hof des Vereins am Schillbrok um, wo sich der Zustand allerdings nicht besserte. Im Gegenteil: „Sams Zustand verschlechterte sich über die Wochen, auch nach drei Monaten waren die Wunden nicht verheilt, weitere Entzündungen kamen hinzu“, sagt Stahmann.

Im Januar dann führte der Weg in die Tierklinik nach Hamburg. „Hodenkrebs lautete die Diagnose und durch eine Blutuntersuchung stellte sich heraus, dass sein Körper mit mehreren teils resistenten Bakterien überflutet ist“, erzählt Stahmann.

Beispielhafter Lebensmut

Von all dem bekomme Sam kaum etwas mit. Sein Platz sei das Büro des Tierschutzvereins, wo er jeden Besucher herzlich begrüße. „Man sollte meinen, dass Sam nach all den Strapazen und Schmerzen erschöpft und mutlos in einer Ecke liegen würde. Aber weit gefehlt. Dieser Hund, den bisher niemand wirklich haben wollte, strahlt jedes Mal, wenn sich ein Zweibeiner nähert.“ Sein Lebensmut sei beispielhaft, meint die Tierfreundin. Wegen Sams gesundheitlicher Lage sei der Verein nun dringend auf Spenden angewiesen. Rund 1000 Euro seien bisher in seine Behandlung geflossen, 3000 bis 4000 Euro, schätzt Stahmann, sollen noch auf den Verein an Kosten zukommen, da der Hund eine auf die Diagnose abgestimmte Behandlung benötige und kastriert werden müsse. Außerdem sucht der Tierschutzverein eine Pflegestelle, die ihn bei der tierärztlichen Behandlung begleitet. Die Kosten dafür übernimmt der Verein.

„Trotz seines Alters hat Sam noch nicht seinen Platz gefunden“

Schmerzfrei solle Sam endlich leben dürfen und in einer Pflegestelle, die ihn „mit Liebe überschüttet“. „Mir kommen immer wieder die Tränen“, sagt Stahmann, „wenn man Sam friedlich schlafen sieht der trotz seines Alters noch immer nicht seinen Platz gefunden hat.“