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Diakonie koordiniert Einsätze Flüchtlingsarbeit in Delmenhorst bereichert Helfer

Von Heike Bentrup, Heike Bentrup | 19.03.2016, 09:48 Uhr

Auf mehr als 200 ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer kann die Diakonie in Delmenhorst bei der Arbeit mit Flüchtlingen setzen. Die Angebote der Ehrenamtlichen reichen von Sprachkursen bis hin zur Unterstützung bei der Essensausgabe.

„Das Engagement ist überwältigend, die Bereitschaft zum Einsatz für die Flüchtlinge nach wie vor ungebrochen“, berichtet Franz-Josef Franke, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Delmenhorst/Oldenburg-Land, angesichts der Situation in der Flüchtlingsarbeit vor Ort. Seit Frühjahr vergangenen Jahres hat die Diakonie in Delmenhorst einen Pool von mehr als 200 Ehrenamtlichen aufbauen können. Diese setzen sich, verteilt über das gesamte Stadtgebiet, in den unterschiedlichsten Bereichen für Asylsuchende ein.

Auch Einsatzkoordination im Ehrenamt

„Allein in der Essensausgabe sind weit über 100 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer in verschiedenen Unterkünften in der Stadt im Einsatz“, berichtet Martin Dreyer. Die Altersspanne der Freiwilligen reiche dabei von einem elfjährigen Mädchen, das gemeinsam mit seinen 13 und 16 Jahre alten Schwestern sowie der Mutter regelmäßig helfe, bis hin zur 79-jährigen Senioren. Dreyer, der hauptberuflich als Key-Account-Manager tätig ist, leitet das Organisationsteam und koordiniert die ehrenamtlichen Einsätze. Dafür legt der 51-Jährige auch schon mal eine Nachtschicht ein. Schließlich soll alles reibungslos laufen.

Zunächst Sprachkurse und Essensausgabe

„Bei einem festen hauptamtlichen Mitarbeiterstamm wäre die Planung einfacher, Ehrenamtliche müssen mitgenommen werden“, erläutert Franz-Josef Franke. Das sei eine Herausforderung, die Dreyer bestens meistere. „Es ist super, dass das mit einer so großen Gruppe so gut funktioniert“, freut sich der Diakonie-Chef auch mit Blick auf die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten.

Den Auftakt machten im vergangenen Jahr erste Sprachkurse und das Engagement bei der Essensausgabe. „Hierzu erreichte uns quasi ein Notruf vom Roten Kreuz“, blickt Dreyer zurück. Schon wenige Stunden später hätten seine Frau und er bereitgestanden, am darauffolgenden Tag hätten sich dann spontan weitere Ehrenamtliche zur Unterstützung eingefunden. Zunächst in den Unterkünften in den Hallen an der Lessingstraße und am Stubbenweg und später auch auf dem Kasernengelände an Wever- und Wiggersloher Straße.

Einsatz auch Ostern und in den Ferien

„Allein in den Unterkünften auf dem Kasernengelände müssen täglich mindestens neun Personen vor Ort sein, auch am 24. Dezember, an Silvester sowie an Ostern und in den Sommerferien“, berichtet Franke. Damit das klappt, hat Martin Dreyer für die Ehrenamtlichen Einsatzpläne ausgearbeitet, die online einsehbar sind und in die sich die Helferinnen und Helfer über ihren heimischen PC auch eintragen können.

Sportangebote sind der Renner

Neben dem Engagement in der Essensausgabe bringen sich die Ehrenamtlichen nach Angaben von Franz-Josef Franke und Martin Dreyer aber auch in zahlreichen weiteren Bereichen ein. „So gibt es mittlerweile 25 Sprachangebote“, berichtet Dreyer. Die Palette reiche hierbei vom Alphabetisierungskurs bis hin zum Sprachkurs für den Alltag. Andere Ehrenamtliche organisieren Angebote für Eltern mit Kindern, zusätzlich gibt es eine mittlerweile schon eigenständige Fahrradgruppe, Begleitungsgruppen, Einzelfallhilfen und einen Chor. Die Führerscheingruppe kümmert sich um die Umschreibung von ausländischen Fahrerlaubnissen und ist zurzeit auf der Suche nach kooperierenden Fahrschulen, in denen sich Anwärter auf Prüfungen vorbereiten können. Quasi als Renner unter den Angeboten haben sich nach Worten von Martin Dreyer die Sportangebote erwiesen. „Insbesondere das Fußballtraining wurde gut angenommen, das ist praktische Integration“, so der Koordinator. Gleiches gelte für spontane Angebote, wie beispielsweise das gemeinsame Handarbeiten, zu dem sich mehrere Flüchtlinge nach der Essensausgabe zu einer Helferin in einer der Unterkünfte hinzugesellten.

Weitere Ehrenamtliche willkommen

Die so enstehenden Beziehungen bei der Arbeit mit den Flüchtlingen sind nach Worten von Franz-Josef Franke ein entscheidender Integrationsfaktor. „Die Berührungspunkte sind dabei mitunter noch wichtiger als die Sprache – unterm Strich ist die Arbeit mit den Flüchtlingen für alle eine große Bereicherung“, sagt Franke. Wenngleich der Pool der Ehrenamtlichen groß ist, seien weitere Helferinnen und Helfer willkommen.

Weitere Informationen gibt es unter der Telefon-Hotline (04221) 6899330 oder per E-Mail unter der Adresse hotline@diakonie-doll.de.