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Diamanthochzeit Vertrauen hält Delmenhorster Paar zusammen

Von Mareike Bader | 31.08.2017, 11:18 Uhr

Unzertrennlich sind Bernfried und Ulla Voß. Am 31. August feiern die beiden ihren 60. Hochzeitstag.

Zusammenhalt, Vertrauen und Treue seien für eine Beziehung am wichtigsten, sagt Ulla Voß. Den Rat kann man gerne annehmen. Am 31. August feiern Ulla und Bernfried Voß ihre Diamantene Hochzeit.

In der Schönemoorer Klause fing alles an. Zwar kannten sich die beiden schon vorher, hatten sich „aber nicht beachtet“, sagt Bernfried Voß. Sie begleitete ihn am Ende des Abends zu seinem Fahrrad, um zu sehen, ob es noch dort steht. „Seitdem sind wir unzertrennlich“, sagt der heute 80-Jährige.

Hochzeit in der Stadtkirche

„Die Hochzeit war schön, das muss ich sagen – alle Hochzeiten“, betont Ulla Voß. Dabei war die Grüne Hochzeit am 31. August 1957 ganz schön turbulent. Es nieselte und dann hatte der Gärtner auch noch den Brautstrauß vergessen.

„Wir hatten auch Glück, dass wir in der Stadtkirche heiraten durften“, weiß Bernfried Voß. Denn eigentlich gehörten beide zur Gemeinde Hasbergen. Doch Pastor Fritz Konukiewitz hatte Bernfried Voß schon konfirmiert und übernahm nun auch die Trauung des jungen Paares.

Polterabend bis morgens um 5 Uhr

Am Abend zuvor fand der Polterabend statt, bei dem bis um 5 Uhr morgens gefeiert wurde. Zur Goldenen Hochzeit bekamen die beiden eine Kutschfahrt geschenkt. Die Diamantene Hochzeit wird mit der Familie, aber ohne Tanz gefeiert.

Heute leben die beiden in Dwoberg/Ströhen im Elternhaus von Ulla Voß. „Sie wollte unbedingt hier her“, sagt Bernfried Voß. Die beiden fühlten sich dort auch gleich heimisch. „Wir kannten die ganzen Nachbarn“, erklärt Ulla Voß.

Von Nordwolle zu Ikea

In den 60er-Jahren lebten die beiden in einer Betriebswohnung der Nordwolle, wo Voß sich bis zum Werksleiter hochgearbeitet hatte. Nach der Pleite 1981 war er zeitweise arbeitslos. Es gebe keine Stellen in seiner Position und seinem Alter, wurde im vom Arbeitsamt erklärt.

Schließlich bewarb er sich bei Ikea, wo er Lagerchef wurde. Auch Ulla Voß ging arbeiten, als die Kinder alt genug waren. Über 30 Jahre lang war sie Raumpflegerin in der Realschule an der Lilienstraße. „Ich habe gut verdient und bekomme heute eine gute Rente“, freut sich die 79-Jährige.

Gemeinsame Spaziergänge hielten fit

Die beiden haben sich fit gehalten. „Jeden Tag sind wir mit dem Rad gefahren“, sagt Ulla Voß. Später wurden daraus lange Spaziergänge, sonntags bis zu drei Stunden lang. Und gereist sind die beiden auch gerne. Erst mit seinem Roller, später auch gern mal mit dem Flieger oder mit Busreisen.

Wichtig war den beiden, dass sie zusammen sind. Selbst eine Reha-Maßnahme nahm Ulla Voß lieber ambulant in Bremen an, um abends wieder bei ihrem Ehemann zu sein. Die Familie steht einfach im Mittelpunkt. Zwei Kinder, sechs Enkel und fünf Urenkel haben die beiden. „Das war das Beste“, sagt Bernfried Voß.