Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

DIBV in der früheren „Neuen Arbeit“ Delmenhorster Verein baut Ausbildungsstätte für Imame auf

Von Frederik Grabbe | 28.07.2016, 19:31 Uhr

Er vergrößert sich um 6000 auf 9000 Quadratmeter: Der muslimische Delmenhorster Integrations- und Bildungsverein (DIBV) will seine Räume an der Nordenhammer Straße am September 2017 beziehen. Mit dem Mehr an Platz soll das Vereinsleben florieren, unter anderem will der DIBV Imame ausbilden.

Der muslimische Delmenhorster Integrations- und Bildungsverein (DIBV) wird sich auf absehbare Zeit vergrößern und auch eine Ausbildungsstätte für Imame aufbauen. Das hat der frühere Vorsitzende und heutige Sprecher des Vereins, Yusuf Alic, gegenüber dem dk erklärt. Gerüchten, wonach der Verein eine Moschee plane, widersprach Alic.

Ab September 2017 auch in der früheren „Neuen Arbeit“

Vergrößern will sich der Verein durch den Bezug des früheren Sozialkaufhauses „Neue Arbeit“. Dort betreiben aktuell die Caritas und die Diakonie ein Möbelhaus für Bedürftige, das erst im vor acht Monaten insbesondere wegen der Flüchtlingszuwanderung gegründet worden war . Laut Alic haben die DIBV-Räume an der Bremer Straße eine Fläche von 3000 Quadratmetern, die der früheren „Neuen Arbeit“ bieten rund 6000 Quadratmeter Platz. „Die Zahl unserer Mitglieder wächst und wir möchten unsere Gemeindearbeit besser aufstellen“, sagt Alic dazu.

Imame in Deutschland auszubilden fördere Integrationsprozesse

Hierzu zähle etwa die Ausbildung von Imamen. Der DIBV ist dem Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) angeschlossen. Dieser, so Alic, bilde islamische Theologen selber aus, anders als andere muslimische Gemeinden, die durch Prediger aus der Türkei betreut werden. „Wir bilden junge Leute aus, die das Land bereits kennen und nicht neu kennenlernen müssen“, so Alic. Der Dachverband VIKZ erklärt auf seiner Internetseite dazu, dass Imame aus dem Ausland neben fehlenden Sprachkenntnissen auch kein Wissen über wesentliche Debatten und Diskussionen der deutschen Gesellschaft hätten. Somit werde die Teilnahme am Gesellschaftsleben verhindert – und an Integrationsprozessen.

Hausaufgabenhilfe, religiöse Feste, Gebet

Andere Aufgaben des DIBV sind unter anderem die religiöse Unterweisung muslimischer Kinder und Jugendlicher, die Hausaufgabenhilfe, das Ausrichten von Seminaren oder religiösen Festen, die Jugendbetreuung oder das gemeinsame Gebet unter Muslimen.

Mietvertrag bis November 2016 – vorerst

Der VIKZ hatte das Gebäude zwischen Stadthofstraße und Nordenhammer Straße im September 2015 für rund 485.000 Euro bei einer Zwangsversteigerung gekauft und die Nutzung dem DIBV überlassen. Dieser wiederum hatte die Räume kurzfristig an die jetzigen Möbelhaus-Betreiber vermietet. Die frühere „Neue Arbeit“ soll nun ab September 2017 vom DIBV benutzt werden, so Alic. Aktuell laufe der Möbelhaus-Mietvertrag bis November 2016 und könnte noch um einige Monate verlängert werden. Große bauliche Einschnitte plant der DIBV aber nicht. „Im Wesentlichen geht es um eine Nutzungsänderung des Gebäudes“, über Kosten konnte der Sprecher darum noch nichts sagen.

„Keine Moschee“

Eine Moschee im strengeren Sinne, wie es in sozialen Netzwerken kolportiert wird, werde aber in der früheren Neuen Heimat aber nicht entstehen, betont Alic – auch wenn die bisherigen DIBV-Räume missverständlich „Yeni Camii“, also „Neue Moschee“ hießen.

Zukunft des Möbelhauses gilt als gesichert

Die Zukunft des Möbelhauses der Caritas und der Diakonie ist aber gesichert: Wie Caritas-Geschäftsführer Peter Schmitz auf Nachfrage mitteilte, stünden Nachfolgeräume mit „mindestens 1000 Quadratmetern“ fest. An welcher Stelle aber, wollte er vorerst noch nicht verraten. Dass das Möbelhaus dringend benötigt , steht laut Schmitz außer Frage: Alle 14 Tage wechsele sich das Sortiment komplett aus, „bisher haben wir rund 4000 Möbelstücke vergeben“, so Schmitz, wobei etwa ein Tisch mit vier Stühlen ebenso als Möbelstück zählt wie etwa ein Sessel. „Fast alle Spenden erhalten wir aus privater Hand.“ Die Spendenbereitschaft Delmenhorster sei ungebrochen, das Angebot bezeichnet Schmitz darum scherzhaft übertrieben als „unendlich hoch“.