Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Die Linke besucht JHD „Privatisierung in Delmenhorst nicht vom Tisch“

Von Marco Julius | 07.05.2018, 19:18 Uhr

„Menschen vor Profite – Pflegenotstand stoppen“ lautet der Titel einer bundesweiten Kampagne der Partei Die Linke. Sie hat dabei sowohl die Kranken- als auch die Altenpflege im Blick. Wie es um die aktuelle Situation im Josef-Hospital Delmenhorst bestellt ist, darüber hat sich Pia Zimmermann, Bundestagsabgeordnete und zugleich Pflegepolitische Sprecherin der Fraktion der Linken, jetzt vor Ort informiert – in Gesprächen mit dem Betriebsrat und Geschäftsführer Florian Friedel.

Zimmermann lobte im Anschluss die Übernahme des Krankenhauses durch die städtische Hand. Das sei der richtige Weg, den die Linke auch vor Ort mit angeschoben und getragen habe. Das „Gespenst der Privatisierung“ sei aber noch immer nicht vom Tisch, die könne auch dann noch kommen, wenn erst der Neubau steht. Eine Privatisierung sei schlecht für Patienten und Mitarbeiter. Gerade die Mitarbeiter müssten schon jetzt leiden, weil sich Arbeitsbedingungen verschärften und sie auf Lohn verzichten müssten – oder weil sie bereits ihre Kündigung erhalten haben. Friedel, der viel Erfahrung im Bereich Krankenhaus besitze, sei nun gefordert, das JHD in ruhiges Fahrwasser zu führen.

Paradigmenwechsel in Land und Bund gefordert

Zimmermann sagt, Gesundheit sei in diesem Land zur Ware geworden, sie sei aber eine gesellschaftliche Aufgabe, die nicht von Rendite abhängig sein dürfe. „Ich bin nicht blauäugig, die Rentabilität des JHD muss wieder hergestellt werden“, sagt sie. Sie fordert aber einen Paradigmenwechsel in Land und Bund, sonst kollabiere das System Gesundheitswesen irgendwann. „Das Geld für gute Pflege kommt eben nicht aus der Portokasse“, sagt sie. Schon jetzt fehle es an Fachkräften, weil die Arbeitsbedingungen schlecht seien. Dem JHD-Betriebsrat attestiert Zimmermann derweil gute Arbeit: „Der rettet, was zu retten ist.“