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Dienstag ab 18 Uhr Stilles Gedenken auf Delmenhorster Weihnachtsmarkt für Berlin

Von Thomas Breuer | 20.12.2016, 15:48 Uhr

Am Tag nach dem Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche in Berlin, der zwölf Tote gefordert hat, wollen auch die Schausteller auf dem Delmenhorster Weihnachtsmarkt ein Zeichen setzen.

An diesem Dienstag rufen sie für 18 Uhr zu einem stillen Gedenken auf dem Markt auf. Zu diesem Zeitpunkt werde das Licht gedimmt und die Musik vorübergehend verklingen, sagte Gerhard Berger, Sprecher der Schausteller, am Dienstagmittag. Er selbst werde ein paar Worte sagen, auch Oberbürgermeister Axel Jahnz habe seine Teilnahme angekündigt.

„Wir lassen uns nicht unterkriegen“

Der Schritt solle einerseits den Familien der Opfer die Anteilnahme ausdrücken, andererseits solle davon eine Botschaft ausgehen. „Wir lassen uns nicht unterkriegen und uns unser Leben verderben“, warb Berger dafür, jetzt nicht aus Angst den Weihnachtsmärkten fern zu bleiben.

„Das Karussell dreht sich weiter, immer weiter“, sagt er, spricht aber von einem möglichen Bruch in der Geschichte der Weihnachtsmärkte. „Wir als Schausteller hatten die große Befürchtung schon lange im Herzen, Ziel des Horrors zu werden“, so Berger, „aber wir können uns vor diesen Irren nicht schützen, weil wir nicht so denken wie sie.“

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Keine laute Party am Donnerstag

Die für den Mittwoch geplante große Freiverlosung ab 17 Uhr soll wie geplant laufen. Einen anderen Charakter als bislang wird aber die letzte Before-Christmas-Party auf dem Weihnachtsmarkt am Donnerstag von 18 bis 21 Uhr bekommen. Statt Party und Polonaise, so Berger, soll dort Musik nur zur Untermalung laufen. Dies soll den Besuchern intensivere Gespräche auch über das Geschehen in Berlin ermöglichen.

Selbst schon auf Weihnachtsmarkt in Berlin verkauft

„Wir sind völlig betroffen, da fehlen einem die Worte“, kommentiert Schausteller Andreas Kutschenbauer die Ereignisse in Berlin. Seine Familie ist deutschlandweit auf Märkten unterwegs und war vor etwa fünf Jahren selbst mit einem Stand auf dem Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche präsent. „Wir haben damals Schaumküsse verkauft“, erinnert er sich.

Auch Kutschenbauer appelliert jetzt, die Ängste nicht Oberhand gewinnen zu lassen: „Wir sollten alle weiter rausgehen und zeigen, dass wir uns unser freiheitlich-westliches Leben nicht zerstören lassen.“

Polizei erhöht Präsenz auf Märkten

Unterdessen wird die Polizei ihre Präsenz auf den Weihnachtsmärkten in der Region erhöhen. Dies soll auch auf dem Delmenhorster Weihnachtmarkt zu spüren sein. Angaben, in welchem Umfang die Zahl der Streifen bereits am Dienstag gestiegen ist, machte die Polizeiinspektion in Delmenhorst nicht.

Johann Kühme, Präsident der Polizeidirektion Oldenburg, hat das Vorgehen mit den Inspektionsleitern in seinem Zuständigkeitsbereich abgestimmt. Diese, so heißt es in einer Pressemitteilung, seien gebeten worden, „über die Erhöhung der polizeilichen Präsenz hinaus, auch den individuellen Einsatz von technischen Sicherungsmaßnahmen zu prüfen“.