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„Dieser Verband sticht heraus“ Pistorius beeindruckt von DLRG Delmenhorst

Von Kai Hasse | 24.08.2017, 20:20 Uhr

Die Delmenhorster DLRG hatte den Landesinnenminister Boris Pistorius zu Gast. Er sowie die Bundestagsabgeordnete Susanne Mittag und Landtagskandidat Deniz Kurku demonstrierten, wie sehr sie das Engagement der Helfer schätzen.

Der Landesinnenminister Boris Pistorius hat nun die Deutsche Lebensrettungs Gesellschaft (DLRG) Delmenhorst besucht. Zusammen mit der Bundestagsangeordneten Susanne Mittag und Landtagskandidat Deniz Kurku lauschte er den Sorgen und Nöten der örtlichen Ehrenamtler. Im Fokus stand dabei die bessere Wertschätzung der Arbeit der DLRG.

Mitglieder opfern Geld und Zeit

Die SPD-Politiker wurden von den jungen Mitgliedern und dem stellvertretenden Vorsitzenden Mark Milster durch die Räume geführt. Klare Linie von Milster war es, den persönlichen Einsatz der Mitglieder zu verdeutlichen. Ein Blick in die Umkleideräume, auf stichfeste Jacken, säurefeste Stiefel mit Stahlkappen, sonstige Schutzausrüstung: „Das sind etwa 1000 Euro Anschaffungswert, den die Mitglieder aus eigener Tasche zahlen“, sagte Milster, „um anderen zu helfen.“ Das Thema zog sich weiter durch die Diskussion mit den Sozialdemokraten: Es fehlten die Kapazitäten der Schwimmbäder, um eine der wichtigsten Aufgaben, die Schwimmausbildung, ohne lange Wartezeiten zu bieten. Und es fehle die Möglichkeit, die vielen Ausbildungsstunden zum Retter oder Sanitäter als Sonder- oder Bildungsurlaub anzuerkennen lassen. Also opferten die engagierten Mitglieder nicht nur Geld, sondern auch Zeit am Wochenende.

Mehr Gewicht in bundesweiter Diskussion

Pistorius zeigte sich von dem Engagement in Delmenhorst ernsthaft beeindruckt: „Ich habe schon viele DLRG-Ortsverbände gesehen. Aber dieser hier sticht raus.“ Er brachte auch die Diskussion auf den Weg, wie weit man die Ehrenamtler, die im Zivilschutz oder der Katastrophensicherung arbeiten, stärker würdigen könnte als beispielsweise ebenso engagierte Ehrenamtler im Sport oder der Traditionspflege. Ein heißes Eisen, wenn man niemanden benachteiligen will, aber dennoch einen Unterschied zwischen Lebensrettung und Traditionspflege machen will, wie Susanne Mittag bemerkte. „Diese Diskussion wird in der nächsten Legislaturperiode auf Bundesebene geführt“, merkte sie an. Die DLRG werde dabei an Gewicht gewinnen als zunehmend ernstzunehmende Hilfseinrichtung.

Deniz Kurku, Stadtrat in Delmenhorst, sicherte zu, dass die Bedeutung der Ehrenamtler des DLRG durchaus in der Politik bewusst sei: „Wir wissen um die gute Arbeit der DLRG, auch durch die Flüchtlingshilfe“, sagte er mit Blick auf vergangene DLRG-Einsätze bei der Flüchtlingsunterbringung.