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dk-Adventskalender 10. Türchen: Beim Kinderkarussell in Delmenhorst

Von Marco Julius | 10.12.2015, 09:02 Uhr

Für den dk-Adventskalender öffnet Ralf Bökers die Tür zur Bude, von der er das Karussell auf dem Delmenhorster Weihnachtsmarkt steuert.

Ralf Böker greift zum Mikrofon: „Bitte nicht überholen! Und immer schön rechts fahren!“, mahnt er und freut sich über den gelungenen Scherz. Denn die Kinder, die auf seinem Kinderkarussell auf dem Weihnachtsmarkt ihre Runden drehen, haben natürlich keinen Einfluss auf Tempo oder Fahrtrichtung. Und überholen geht schon gleich gar nicht. Jedes Fahrzeug hat schließlich seinen festverschraubten Platz. Der Polizeihubschrauber, der Feuerwehrwagen, das Motorrad, der Trecker. Aber gute Sprüche gehören zum Geschäft von Ralf Böker, der schon seit Jahrzehnten auf Volksfesten zuhause ist.

Für den dk-Adventskalender öffnet der Herr der Chips die Tür zu seinem Arbeitsplatz. Ein Heizstrahler bringt mollige Wärme in die Bude, in der Ralf Böker mit wenigen Knöpfen alles im Griff hat. Start, Bremse, Hupe und Not-Aus“, mehr braucht es nicht. Und auch wenn es den Kindern sehr rasant vorkommen mag, Böker weiß: „Im Notfall steht das Karussell nach drei Metern. Wir fahren ja nur drei Kilometer pro Stunde schnell. Da kann nichts passieren.“

Beruf als Berufung

Seinen Beruf sieht der Endsechziger als Berufung. Klar muss auch die Kasse klingeln, aber es sei auch ein toller Lohn, die Kinder strahlen zu sehen. „Mittlerweile kommen schon die Kinder zu mir, deren Eltern vor 30 Jahren selbst bei mir Karussell gefahren sind.“

Mit dem Delmenhorster Weihnachtsmarkt, den Bökers Schwiegervater einst mit ins Leben gerufen hat, ist er nach vielen Veränderungen und Platzwechseln in den vergangenen Jahren heute sehr zufrieden. „Gerade das vergangene Wochenende mit dem Lichterfest war toll“, freut er sich. Und dass Kinder besondere Kunden sind, weiß Böker natürlich auch. „Wenn da mal eine Lampe an einem Fahrzeug nicht leuchtet, heißt es: ,Onkel, das Licht ist kaputt‘. Dann muss natürlich schnell Ersatz her.“

Zwei Minuten dauert eine Fahrt

Zwei Minuten dauert eine Fahrt, Runde für Runde. „Kürzer geht nicht, dann sind die Kinder traurig. Länger geht aber auch nicht, sonst werden die ersten wieder unruhig“, hat er beobachtet, greift verschmitzt wieder zum Mikrofon und ruft dem kleinen Mädchen auf dem festinstallierten Fahrrad zu: „Nun gib mal ein bisschen Gas, die hinter Dir drängeln schon.“