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dk-Adventskalender 14. Türchen: Blick in das Delmenhorster Salzlager

Von Frederik Grabbe | 14.12.2015, 09:01 Uhr

An jedem Tag im Dezember bis Heiligabend öffnet das dk eine besondere Tür in der Region. Das 14. Türchen gewährt Einblick in das Salzlager des städtischen Bauhofs.

Es ist Winterzeit, der Frost naht, „Leise rieselt der Schnee“ mag dem einen oder anderen als Liedchen schon jetzt über die Lippen kommen. Doch wenn das Eis Delmenhorster Straßen überzieht, rieselt etwas anderes: Streusalz. Und davon eine ganze Menge: 800 bis 1000 Tonnen trägt der städtische Bauhof in normalen Wintern auf. 400 Tonnen lagern aktuell auf dem Gelände an der Theodor-Heuss-Straße. Einer der Herren, die über die Streuwagen gebieten, ist Thomas Schwanewedel, der für den dk-Adventskalender die Tür öffnet. Seit 1993 arbeitet der gelernte Heizungsbauer in der Schilderwerkstatt des Bauhofs und streut im Winter die Straßen der Stadt.

Arbeitsbeginn in der Nacht, zuweilen zornige Bürger

In einem Streuplan ist jede Route der Fahrzeuge vorher exakt festgelegt, ein besonderes Auge haben die fahrenden Salzstreuer auf neuralgische Punkte wie den Busbahnhof, die Klinikumsauffahrt, Schulwege oder Steigungen. Zudem gibt es einen Meldedienst. „Pro Fahrt werden etwa zwei Tonnen Salz verteilt“, sagt Schwanewedel. Der 56-Jährige, der ehemaliger Neuendeeler Schützenkönig (2002 und 2014) ist, sitzt bei Frost schon ab drei Uhr nachts im Führerhaus seines Streuwagens. Zuweilen trifft ihn bei seiner Arbeit auch er Zorn des Bürgers. „Manche mögen es nicht, wenn der Streuwagen zu dicht an ihrem Auto streut oder der Schneepflug den vom Gehweg geschippten Schnee wieder auf den Bürgersteig hievt. Dann schimpfen sie schon einmal. Aber das muss man aushalten.“

Salz auf dem Asphalt statt auf dem Frühstücksei

Neben dem weißen Berg aus Salz steht im Bauhof ein 5000-Liter-Tank mit Magnesium-Chlorid. Die Lösung wird mit Wasser verdünnt beim Streuen mit Salz vermischt. Der Effekt: Durch diese Kombination werde weniger Salz benötigt und die Tauwirkung auf dem Asphalt sei größer, sagt der technische Betriebsleiter des Bauhofs, Axel Geisler. Streuen im Nassverfahren nenne sich das. Dies sei so sparsam , dass pro Quadratmeter fünf Gramm Salz ausreichten. Fünf Gramm sind umgerechnet 50 Prisen – also genug, um ein Frühstücksei ordentlich zu versalzen. Für den Asphalt sei dies aber sehr gering. Tatsächlich stamme das Salz vornehmlich aus Steinsalzbrüchen. Lediglich eine geringe Menge eines bestimmten Stoffes sei beigemischt, der das Salz am Verkrusten hindere. Und doch sagt Geisler: „Unser Salz hat Speisesalzqualität.“