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dk-Adventskalender 19. Türchen: Delmenhorsts größte Kehrmaschine

Von Dirk Hamm | 19.12.2015, 09:39 Uhr

An jedem Tag bis Heiligabend öffnet das dk eine besondere Tür in Delmenhorst und Umzu. Das 19. Türchen lässt uns einen Blick in Delmenhorsts größte und schwerste Kehrmaschine werfen.

Jeden Morgen um 1.30 Uhr klingelt bei Michael Wangemann der Wecker: Der Kehrmaschinenfahrer muss früh raus, um Delmenhorsts Straßen vom Schmutz und Müll zu befreien. Der aus Berlin stammende Beschäftigte der Abfallwirtschaft Delmenhorst GmbH (ADG) steigt mitten in der Nacht in den OptiFant 70, die 15 Tonnen schwere und inklusive Motor für die Besen und Walze 430 PS starke größte der drei Kehrmaschinen, die wochentags im Einsatz sind.

2,5 bis drei Tonnen Dreck pro Tag

Für das dk öffnet der aus Berlin stammende 55-Jährige nach getaner Arbeit am späten Vormittag gleich mehrere „Türchen“ seines imposanten Arbeitsgerätes. Als er die Heckklappe öffnet, ergießt sich ein Schwall Wasser auf dem Betriebsgelände der ADG an der Steller Straße. Von Schmutz und Unrat ist in dem Bauch der Maschine jedoch nichts mehr zu sehen, den mit den Kehrbesen aufgelesenen Straßendreck hat er bereits zuvor abgeladen. 2,5 bis drei Tonnen befördern die beiden runden Kehr- und der große Walzenbesen jeden Tag in das Innere der Maschine. Rechnet man das Tagesergebnis der beiden Kollegen hinzu, werden Haupt- und Nebenstraßen täglich von sechs bis sieben Tonnen Schmutz gereinigt.

Mit Leib und Seele Kehrmaschinenfahrer

Wer denkt, dass dieser Job öde und eintönig ist, täuscht sich, findet Michael Wangemann: „Ich bin mit Leib und Seele Kehrmaschinenfahrer.“ Er genieße es, morgens in der Frühe ganz ungestört durch Delmenhorst zu fahren. Einziges Ärgernis dabei sei mancher Fahrradfahrer, der ohne Licht und reflektierende Kleidung unterwegs ist und leicht übersehen werden kann.

Mehr als 40 Instrumente

Dann öffnet Michael Wangemann die Tür zum Führerhaus und ermöglicht einen Blick auf das Bedienpult mit mehr als 40 Schaltern und Anzeigen. „Kehrmaschinen sind mittlerweile Hightechfahrzeuge“, sagt Wangemann, der seit 30 Jahren seine täglich wechselnden fünf Routen abfährt. Als er damals anfing und sich erst daran gewöhnen musste, rechts am Steuer zu sitzen, war von Hightech noch keine Rede: „Wir hatten damals nur zwei Hebel: Besen rauf und Besen runter.“