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dk-Adventskalender 4. Türchen: Der Hundezwinger der Polizei in Delmenhorst

Von Thomas Breuer | 04.12.2015, 09:01 Uhr

Bis Heiligabend öffnet das dk jeden Tag eine besondere Tür in der Region. Das vierte Türchen unseres Adventskalenders führt in den polizeilichen Hundezwinger.

Daheim in Wardenburg wohnt Maddox komfortabel. Rund 20 Quadratmeter misst der Zwinger des Belgischen Schäferhundes, zur Einrichtung gehören zwei Sofas. Gregor Buscher (53) weiß, was er an Maddox hat. Drei Jahre schon sind beide im Polizeidienst enge Partner – erst in der Ausbildung, danach im Einsatz. Das schweißt auch privat zusammen.

Hauptkommissar Buscher leitet die zur Polizeidirektion Oldenburg gehörende Diensthundführergruppe Delmenhorst. Sie setzt sich zusammen aus drei Frauen, sieben Männern, neun Belgischen und einem Deutschen Schäferhund. Weitere Gruppen im Bereich der Direktion gibt es in Oldenburg, Wilhelmshaven, Vechta und Verden.

Unter den Vierbeinern ist alles vertreten vom Rauschgifthund über den Fährtenhund und den Sprengstoffhund bis zum Leichen- beziehungsweise Blutspürhund. „Nur einen Brandmittelspürhund gibt es im Bereich der Direktion nicht“, weiß Buscher. Nächstes Jahr soll aber auch in diesem Bereich die Ausbildung starten.

Einsatz bei Bedarf, oft genug auch am Wochenende

Buscher und Maddox sind kein Gespann, das seinem Dienst zu festen Zeiten nachgeht. Wie alle Hundeführer und ihre Tiere werden sie nach Bedarf angefordert, zur Tages- oder Nachzeit, oft genug auch am Wochenende.

Hat Buscher etwas in der Polizeiinspektion an der Marktstraße zu tun, bleibt Maddox gerne im Auto liegen. Vielleicht, weil es die Hundezwinger in einem verschlossenen und schalldichten Gebäude auf dem Polizeigelände in puncto Komfort nicht mit der heimischen Bleibe aufnehmen können. Nur zwei mal zwei Meter misst hier eine Box. Die Zwingeranlage ist laut Buscher lediglich für eine kurze Unterbringung der Hunde gedacht.

Der Hund muss sich gewisse Rituale gewöhnen

In der Ausbildung, berichtet der erfahrene Diensthundführer, lerne ein Hund, „wie er mit gewissen Situationen umgehen muss“. Er müsse sich an Rituale gewöhnen, wobei es offenbar eine gewisse natürliche Veranlagung gibt.

Maddox – mit ganzem Namen: Maddox vom Roten Merlin – hat sieben Geschwister, von denen die meisten im Polizeidienst untergekommen sind. Selbst sein Vater wacht noch über Recht und Ordnung. „Wir wissen aus der Zucht- oder Blutlinie, was Vater und Mutter gekonnt haben“, klärt Buscher auf.

Eignungsprüfung im Alter von 15 bis 18 Monaten

Das Land Niedersachsen beschäftigt eigens einen Mitarbeiter, der sich um den Ankauf von künftigen Polizeihunden kümmert. Im Alter von 15 bis 18 Monaten müssen die Vierbeiner im Regelfall bei einer Prüfung ihre Tauglichkeit für den Polizeidienst unter Beweis stellen.

Auffallend: Der Belgische Schäferhund ist deutlich häufiger vertreten als sein deutsches Pendant. Für Buscher liegen die Gründe auf der Hand: „Belgische Schäferhunde sind schneller, wendiger, gelehriger und nicht so überzüchtet.“

Ein körperlicher anstrengender Beruf

Was die Tiere können, müssen sie in Delmenhorst einmal in der Woche auch in der Ausbildung beweisen. Dort wird deutlich, dass Diensthundführer ein körperlich anstrengender Beruf ist. Wenn ein mit bis zu 50 Stundenkilometern heranpreschender Hund von 40 bis 50 Kilogramm Körpergewicht einen als Angreifer auftretenden Polizisten anspringt, gilt es, mächtigen Druck abzufedern. Für Frauen mit weniger Körperkraft kein einfaches Unterfangen. Buscher macht keinen Hehl daraus, dass er sich über mehr Bewerbungen junger Männer für seine Gruppe freuen würde.

Bis zum Alter von etwa sechs Jahren bleibt ein Hund im Polizeidienst. Dann geht er in Pension und bekommt auch eine solche vom Land Niedersachsen. Für einen auskömmlichen Ruhestand auf dem Sofa oder anderswo.