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dk-Serie: Stadt der Biker Delmenhorster „RadWanderer“ pflegen Freundschaften

Von Marco Julius | 13.05.2016, 10:25 Uhr

Die Gruppe „RaWas – RadWanderer“ aus Delmenhorst ist aus einem Kegelclub entstanden.

So pitschnass wie früher nach manch einer Radtour oder Wanderung wolle sie heute nicht mehr unbedingt nach Hause kommen, berichtet Giesela Reiners lachend. Und doch halte sie all die Ausflüge mit ihren „RaWas“, den „RadWanderern“, in schönster Erinnerung. Denn die „RaWas“ seien die besten Freunde, die man sich nur wünsche könne.

Seit mehr als 50 Jahren beferundet

Giesela Reiners weiß, wovon sie redet. Denn immerhin kennen sich die heute 14 Männer und Frauen, überwiegend Paare, seit Jahrzehnten, einige seit mehr als 50 Jahren. Seither haben sie manch silberne, goldene und sogar bereits eine Diamantene Hochzeit zusammen gefeiert. Einige „RaWas“ hätten auch ihre Urlaube zusammen verbracht.

Ursprung war ein Kegelclub

Ursprünglich, erzählt sie, habe es sich um einen Kegelclub gehandelt, der sich aber Anfang der 80er Jahre aufgelöst habe. Der eine oder andere, erinnert sie sich, habe das Kegeln aus gesundheitlichen Gründen nicht weiterverfolgen können. Da habe die Clique aus ehemals 17 Leuten eben beschlossen, dass man sich von nun an anderweitig sportlich betätigen wolle: Die „RaWas“ waren geboren.

Überwiegend Tagestouren

Etwa zehn Ausflüge jährlich, überwiegend Tagestouren, hat der einstige Kegelclub von nun an unternommen: im Herbst und Winter meist zu Fuß, im Sommer und im Frühjahr natürlich mit dem Fahrrad, berichtet Giesela Reiners. Überwiegend habe die Clique aus Delmenhorst Ziele in der unmittelbaren Umgebung angesteuert, die Radtouren etwa auf einen Radius von rund 40 Kilometern beschränkt.

Tour nach Husum

Die Freunde hätten sich aber auch zu der einen oder anderen größere Tour über mehrere Tage aufgemacht, beispielsweise nach Husum in Schleswig-Holstein, wo auch heute noch einer der Radwanderer lebe und für seine Freunde schon manch eine gesellige Butterfahrt oder auch kleine Schiffsrundfahrt organisiert habe.

Viele Teilnehmer über 80

Heute seien die meisten „RaWas“ längst über 80 Jahre alt und hätten doch mehr und bessere Freunde als die meisten jungen Menschen, stellt Giesela Reiners fest. „Man muss großzügig und tolerant miteinander umgehen. Dann klappt das!“, sagt sie. Außerdem verbänden gemeinsame Hobbys, etwa der Sport, doch ungemein. Das Kegeln oder Radfahren mache eben auch in der Gemeinschaft am meisten Spaß.