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dk-Serie „Stadt der Biker“ Fahrräder mit Motor erobern in Delmenhorst den Markt

Von A. Schnackenburg, Alexander Schnackenburg | 03.05.2016, 13:02 Uhr

Die Vielfalt auf dem Markt für Fahrräder ist enorm. Die Nachfrage nach Rädern mit unterstützenden elektrischen Motoren wächst bei den Händlern in den vergangenen Jahren stetig.

Komfort liegt im Trend. Das sieht Matthias Wessels, Inhaber des Delmenhorster Fahrradgeschäfts „Rund ums Rad“, ebenso wie seine Kollegen Andreas Stöver, Inhaber von „Zweiradspezialist Stöver“, und Stefan Bohlmann, Geschäftsführer des Zweiradmarkts Huchting. Alle drei haben in den vergangenen Jahren festgestellt, dass ihre Kunden immer häufiger nach Fahrrädern mit unterstützenden elektrischen Motoren fragen. Außerdem liefen vor allem City- und Trekking-Räder. Das Angebot an Sondermodellen wie Tandems, Liegefahrrädern oder Mountainbikes sei zwar in den vergangenen Jahren keinesfalls kleiner geworden, so die Händler, wohl aber der Kundenkreis hierfür: Es handele sich inzwischen um ein reines Nischenprodukt.

Große Bandbreite vorhalten

Folgerichtig, stellt Wessels fest, legten sich einige Kunden etwa das BMX-Rad, wenn sie sich denn dafür interessierten, allenfalls als Zweit- oder Drittfahrrad zu. Der Einzelhandel, glaubt er, sei zwar gut beraten, eine große Bandbreite an Rädern vorzuhalten und den gestiegenen Erwartungshaltungen der Kunden entsprechen zu können. Einen großen Markt macht er in diesem Spezialsegment derzeit allerdings nicht aus.

Auch jüngere Leute wollen Hilfsmotor

Auch Andreas Stöver stellt klar, dass den Löwenanteil an verkauften Fahrrädern eindeutig Trekking- und City-Räder ausmachten, gefolgt von Rädern mit Elektromotoren. Diese, sagt er, bedeuteten die „gravierendste Veränderung seit Langem“ für sein Geschäft. Zwar interessierten sich derzeit noch in erster Linie Senioren für Pedelecs, doch liebäugelten zusehends auch jüngere Leute mit Hilfsmotoren.

Sowohl Stöver als auch Wessels konstatieren, dass die meisten Kunden, welche sich für Fahrräder mit Elektromotor interessierten, letztlich zu Pedelecs griffen, deren Motor sie bis zu einer Geschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunde unterstützt.

Jene Modelle, welche den Fahrer bei noch höheren Geschwindigkeiten, bei bis zu 45 Kilometer pro Stunde unterstützen, bedürften der Haftpflicht- und der Diebstahlversicherung und bekämen sogar ein eigenes Kennzeichen. Außerdem gelte für diese Räder die Helmpflicht. All dies, glaubt Stöver, sei den meisten Leuten schlicht zu aufwändig.

Rad statt Zweitwagen

Sein Kollege Bohlmann indes hat festgestellt, welche Zielgruppe auf diese so genannten „Speed-Pedelecs“ anspringe: Pendler und Familien, die ihre Zweitwagen aufgäben. Alle drei Fahrradhändler gehen davon aus, dass die Nachfrage nach Pedelecs und Speed-Pedelecs in den kommenden Jahren weiter steigen wird.