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Doku-Drama im Kleinen Haus Dieter Fortes Welterfolg wird in Delmenhorst aufgeführt

Von Lennart Bonk, Lennart Bonk | 06.05.2017, 16:41 Uhr

Im Kleinen Haus wird Dieter Fortes „Martin Luther & Thomas Münzer oder Die Einführung der Buchhaltung“ gezeigt. Es zeigt die Verflechtungen von Kirche, Politik und Wirtschaft zur Zeit der Reformation.

„Es geht um junge Leute. Einer davon heißt Luther, einer Münzer. Es geht um die Einführung der Buchhaltung. Es geht um die erste große deutsche Revolution“, so fasste einst der deutsche Schriftsteller Dieter Forte sein Werk „Martin Luther & Thomas Münzer oder Die Einführung der Buchhaltung“ zusammen. Am Freitag, 12. Mai, ist das Doku-Drama aus dem Jahre 1970 in Kleinen Haus zu Gast. Um 20 Uhr beginnt die Vorführung, die der Frage nachgehen wird: „Kann ein Doku-Drama aus dem Jahr 1970 über Martin Luther und die Reformation auch heute noch faszinieren und überzeugen?“

Damals gelang es Forte mit seinem ersten Theaterstück, mit dem er als Hausautor am Theater Basel debütierte, einen wahren Welterfolg zu landen. Das Stück wurde in neun Sprachen übersetzt und auch für das Fernsehen verfilmt. Heutzutage wird das Doku-Drama eher selten aufgeführt. Mit spannungsreichem Erzählrhythmus zieht Forte den Zuschauer in eine unterhaltsame Handlung mit historischen Originalzitaten. Er verfügt über die Gabe, Milieus bis ins Detail hinein plastisch zu schildern, Dokumentationsmaterial nahtlos zu integrieren und Personen so konturenscharf zu zeichnen, dass sie auf Anhieb vertraut wirken, verspricht die Ankündigung.

Doch das Stück biete nicht nur einen Einblick die Gesellschaft zu Luthers Zeit, sondern vollzieht auch einen Brückenschlag ins Hier und Jetzt. In einer Zeit, die von Grund auf in Bewegung geraten ist, zum Beginn der Neuzeit, in den Jahren 1514 bis 1525, bekommt der Zuschauer Menschen im Netz der Macht zu sehen. Es geht um die Verflechtungen von Kirche, Politik und Wirtschaft zur Zeit der Reformation. Seit seiner Uraufführung 1970 in Basel hat dieses große dokumentarische Theaterstück mehr als 40 Inszenierungen in zehn Ländern erlebt. Fortes Thema, Expansion der Macht um jeden Preis, ist zeitlos und kann heute auch noch überzeugen. Ob es das Publikum im Kleinen Haus überzeugen kann, wird sich herausstellen.

Aufgeführt wird das Theaterstück vom Alten Schauspielhaus Stuttgart und dem Euro-Studio Landgraf. Der Stuttgarter Intendant der Schauspielbühnen Manfred Langner inszenierte das Stück. Bühnenbild und Kostüme entwarf Dietmar Teßmann. Es spielen neben Thomas Henniger von Wallersbrunn als Martin Luther auch Marcus Born, Markus Vogelbacher, Carsten Klemm, Armin Jung, Reinhard Froboess, Richard Erben, Jörg Pauly, Gregor Eckert, Martin Böhnlein und Sophie Schmidt mit.

Karten für das Konzert sind ab 22 Euro während der Öffnungszeiten im Kleinen Haus erhältlich sowie an der Abendkasse ab 19 Uhr.