Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Dr. Böhmann geht in Rente Wechsel an der Spitze der Delmenhorster Kinderklinik

Von Marco Julius | 06.06.2017, 17:31 Uhr

Nach 33 Jahren Dienst in der Stadt: Johann Böhmann wechselt im Herbst im Alter von 66 Jahren in den Ruhestand. Von seinem Nachfolger ist er schon jetzt überzeugt.

Triathleten benötigen Ausdauer – und sie lassen sich, das gibt der Sport nun einmal so her, nicht auf eine Disziplin festnageln. Ausdauer und eine gewisse Vielfalt, das sind auch Eigenschaften, die Kinderärzte gut gebrauchen können. Da mag es zwar Zufall sein, dass der in den Ruhestand wechselnde Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Joesf-Hospital, Dr. Johann Böhmann, Triathlet aus Leidenschaft, den Staffelstab an Dr. Matthias Viemann übergibt, der ebenfalls mit Leidenschaft schwimmt, aufs Rad steigt und läuft. Aber es passt eben auch.

Böhmann, von allen Hans genannt, hat sein halbes Leben am alten Klinikum und im JHD verbracht. 33 Jahre hat er in Delmenhorst gewirkt, seit 1992 bereits als Chefarzt. „Ich wollte eigentlich nur zwei Jahre bleiben“, blickt Böhmann zurück. Ausdauer hat er also bewiesen. Und er hat seinen Dienst auch um zwei Jahre verlängert, eher er jetzt mit bereits 66 Jahren in den „wohlverdienten Ruhestand wechselt“, wie JHD-Geschäftsführer Thomas Breidenbach betont.

Neues einbringen, Bewährtes erhalten

„Ich sage jetzt mit Freude Tschüss“, sagt Böhmann, auch weil er weiß, dass mit Viemann, der vom Klinikum Oldenburg kommt, ein Nachfolger gefunden wurde, der „notwendige Veränderungen einleiten wird und dennoch auch für Kontinuität steht“. Böhmann und Viemann kennen und schätzen sich, nicht zuletzt aus den Jahren 2012 bis 2014, in denen Viemann unter Böhmann bereits am Klinikum gearbeitet hat. „Schon damals war mir klar, dass Matthias Viemann meinen Job irgendwann übernehmen könnte“, sagt Böhmann. „Neues einbringen, aber Bewährtes erhalten“, das sei nun auch sein Credo, sagt dann auch der „Neue“. Künftig könnte ein neuer Schwerpunkt auf der ambulanten Betreuung von chronisch schwer erkrankten Kindern liegen, ein Themenfeld, das Viemann bereits in Oldenburg forciert hat. In der Huntestadt ist Viemann noch bis Ende September als Oberarzt der Kinderintensivstation beschäftigt. Der Facharzt für Kinderheilkunde und Kinderkardiologe, der in Hannover und Kiel studiert hat, freut sich auf seine Aufgabe, die offiziell am 1. Oktober beginnt. „Es gab immer enge Kontakte nach Delmenhorst“, sagt er. Als die Ausschreibung kam, hat sich der 51-Jährige, der in Oldenburg lebt, direkt beworben – und durchgesetzt. Nun wird er Chef einer zwar relativ kleinen Kinderklinik, die aber auf ein breites Spektrum an Fachärzten aufbaut und über Renommee verfügt.

Talentierter Netwerker

Nicht zuletzt dem talentierten Netzwerker Böhmann ist es zu verdanken, dass Delmenhorst auf der Landkarte für Kindermedizin fest verankert ist, nicht nur regional, sondern bundes- und europaweit. Selbst in Asien ist Böhmanns Expertise gefragt. Für ihre Aktivitäten im Bereich der Unfallprävention hat die Weltgesundheitsorganisation der Stadt im März 2011 das Prädikat „Safe Community“ (Sichere Stadt) verliehen. Die Auszeichnung geht insbesondere auf das Engagement des künftigen Rentners Böhmann und die Unterstützung durch den Verein Gesundheit im Kindesalter (GiK) zurück. Sein ehrenamtliches Engagement in Delmenhorst will der Mediziner beibehalten und „sogar mit mehr Zeit noch professionalisieren“. Auch die wissenschaftliche Arbeit will Böhmann, der weiterhin auf die Unterstützung des JHD und der Stadt setzt, fortführen. „Aber den alten Cheffehler, sich in die Arbeit des Nachfolgers einzumischen“, den werde er ganz sicher nicht machen.